Reformation

Warum Martin Luther ein Mistkerl war

Frauen waren in der damaligen Gesellschaft den Männern unterstellt, ihre Aufgabe war es, sich um Haus und Kinder zu kümmern. Viele Berufe durften sie aufgrund ihres Geschlechts nicht ausüben. Martin Luther war wohl davon überzeugt, dass ihnen auch die nötige geistige Fähigkeit dazu fehlte. „Es ist kein Rock, der einer Frau oder Jungfrau so übel ansteht, als wenn sie klug sein will.“, sagte er, bezeichnete Mädchen sogar als Unkraut, da sie schneller als Jungen wuchsen. „Es ist ein arm Ding um ein Weib. Die größte Ehre, die das Weib hat, ist, dass wir allzumal durch die Weiber geboren werden.“ Für ihn waren Frauen also lediglich Gebärmaschinen, das Leben einer Frau hatte keinen anderen Sinn als Mutter zu sein.

Frauen waren in der damaligen Gesellschaft den Männern unterstellt, ihre Aufgabe war es, sich um Haus und Kinder zu kümmern. Viele Berufe durften sie aufgrund ihres Geschlechts nicht ausüben. Martin Luther war wohl davon überzeugt, dass ihnen auch die nötige geistige Fähigkeit dazu fehlte. „Es ist kein Rock, der einer Frau oder Jungfrau so übel ansteht, als wenn sie klug sein will.“, sagte er, bezeichnete Mädchen sogar als Unkraut, da sie schneller als Jungen wuchsen. „Es ist ein arm Ding um ein Weib. Die größte Ehre, die das Weib hat, ist, dass wir allzumal durch die Weiber geboren werden.“ Für ihn waren Frauen also lediglich Gebärmaschinen, das Leben einer Frau hatte keinen anderen Sinn als Mutter zu sein.

Frauen konnten sich damals glücklich schätzen, wenn sie „nur“ für dumm gehalten wurden und nicht etwa für eine Hexe. „Ich will der erste sein, der Feuer an sie legt“, sagte Martin Luther während einer Predigt. “Eine Zauberin sollst du nicht am Leben lassen.“, heißt es in seiner Bibelübersetzung im zweiten Buch Mose. Während der gesamten Hexenverfolgung wurden rund 25.000 Menschen allein in Deutschland wegen Zauberei hingerichtet, die meisten davon Frauen.

Luther zeigte sich in seinen früheren Lebensjahren  tolerant gegenüber anderen Religionen, später sah er andere Glaubensrichtungen als Bedrohung an. Besonders das Judentum verabscheute er, veröffentlichte Schriften mit Namen wie „Von den Juden und ihren Lügen“. In seinen früheren Jahren tolerierte er die Religion noch – in der Hoffnung, dass die Gläubigen zu Christen bekehrbar wären. Als sich herauskristallisierte, dass die Juden ihren Glauben nicht so einfach aufgeben wollten, forderte er, dass jüdische Schulen, Häuser und Synagogen abgebrannt werden und die Menschen vertrieben werden sollten. Überlieferungen, dass er jemals eine Synagoge besucht hätte, gibt es übrigens nicht.  Auch persönliche Beziehungen zu Juden hatte er kaum.

Seine antisemitischen Schriften überlebten Luther und die Reformation. Gut vierhundert Jahre später beriefen sich die Nazis auf diese Thesen – unter anderem NS-Hetzer und „Der Stürmer“-Herausgeber Julius Streicher.

Auch einer anderen Glaubensgemeinschaft war Martin Luther überhaupt nicht zugetan. Täufergemeinden  bezeichnete er als von „mörderischen, aufrührerischen, rachgierigen Geist, dem der Odem nach dem Schwert stinkt“. Täuferische Kirchen sind heute zum Beispiel Hutterer, Mennoniten und Amische. Da sich die Verfolgung von Angehörigen dieser Glaubensgruppen immer weiter verbreitete, hielten sie ihre Treffen und Gottesdienst bald heimlich ab. Für Luther war dies „ein gewiss Zeichen des Teufels“, da sie anscheinend etwas zu verbergen hatten. So unterschrieb er ein Gutachten, dass die Todesstrafe für ihre Mitglieder unterstützte.

Viele Bauern waren Leibeigene der großen Fürsten, mussten horrende Abgaben leisten und hatten so gut wie keine Rechte. Nachdem Luther die Bibel ins Deutsche übersetzt hatte und sie so auch das einfache Volk verstehen konnte, wuchs der Ärger der Bauern auf ihre Lehnsherren. Nirgends in der Bibel wurde die Ungerechtigkeit erklärt oder gar gerechtfertigt. Als die Bauern sich schließlich 1524 zu Aufständen erhoben, schlug Luther sich allerdings auf die Seite der Gutsherren. Nachdem ein Lynchmob den Obervogten Graf Ludwig Helferich von Helfenstein in Weinsberg umgebracht, geriet er in Sorge um die „gottgegebene Ordnung“ und forderte die Vernichtung der Aufständischen. Diese waren nur mit Dreschschlegeln, Sensen und landwirtschaftlichen Geräten bewaffnet, die Truppen der Adligen mit Schwertern und Lanzen viel besser ausgerüstet. Rund 70.000 Bauern verloren bei dem Gemetzel ihr Leben.

Als „Fleischmasse, die keine Seele besitzen“ beschrieb Martin Luther ein Kind mit Behinderung. Zu seinen Zeiten galt die Annahme, dass Kinder mit Missbildungen oder Behinderungen vom Teufel selbst kamen. Der hätte das gesunde Kind gegen das „Teufelsgeschöpf“ ausgetauscht, nur so konnte man sich die Fehlbildungen erklären. Es war normal, dass Neugeborene aus diesem Grund manchmal getötet wurden. Auch Luther befürwortete dies, in der Überzeugung, dass ein Dämon getötet wurde, nicht etwa ein Mensch.

Im Jahr 1529 stand die Armee des osmanischen Reiches im Rahmen des ersten österreichischen Türkenkrieges vor Wien. Martin Luther sah das Reich in Gefahr. Daraufhin verfasste er einige Schriften, in denen er gegen die Osmanen hetzte und ihre Religion und Wesen zu verunglimpfen versuchte. Kostprobe gefällig? „Der Türke ist Gottes Rute und des Teufels Diener.“ Er war überzeugt, dass die Türken Gottes Strafe für die Ungehorsamkeit der Christen waren und er sie deswegen gesandt hatte.  "Wie der Papst der Antichrist ist, so ist der Türke der leibhaftige Teufel.", textet er in seinem Kirchenlied „Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort.

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