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Trockenheit und ausbleibende Niederschläge haben den Wasserstand des Rheins auf ein Minimum schrumpfen lassen.

Trockenheit

Wegen Niedrigwasser: Al-Wazir will Rhein-Untiefen beseitigen

Angesichts des historischen Niedrigwassers nach dem heißen und trockenen Sommer will Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) Binnenschiffen mit Ausbaggerungsarbeiten den Weg durch den Rhein ebnen.

nach dem heißen und trockenen Sommer will Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) Binnenschiffen mit Ausbaggerungsarbeiten den Weg durch den Rhein ebnen. Mit Blick auf das historische Niedrigwasser in diesem Jahr nach dem heißen und trockenen Sommer forderte der Minister am Dienstag in Ginsheim-Gustavsburg Baggerarbeiten an einigen Stellen des Flusses. "Man muss nur wenige Untiefen beseitigen, um die Kapazität von Europas wichtigster Wasserstraße beträchtlich zu steigern", erklärte Al-Wazir.

So gebe es auf dem etwa 50 Kilometer langen Rheinabschnitt zwischen Wiesbaden und St. Goar (Rheinland-Pfalz) sechs schwierige Stellen für Binnenschiffe, bei denen nur eine Fahrrinne von 1,90 m Tiefe garantiert werden könne. Das sei so wenig wie nirgendwo im  Flussverlauf, sagte Al-Wazir.

Klimaexperten seien sich einig, dass Extremereignisse wie die jetzige Trockenheit sich häufen werden, sagte Al-Wazir. Hessen habe mit seinem Klimaschutzplan 140 Maßnahmen festgelegt, um den Treibhausgasausstoß zu drosseln und die Folgen des Klimawandels abzumildern. Dies sei weltweit die größte politische Aufgabe der nächsten Jahre, auch die Bundesregierung müsse dabei ihrer Verantwortung gerecht werden, erklärte der Minister.

Im Hafen von Ginsheim-Gustavsburg (Kreis Groß-Gerau) am Zusammenfluss von Rhein und Main informierte sich der Minister über die Probleme der Binnenschiffer wegen der niedrigen Pegelstände. Baggern sei nur an sehr wenigen Stellen erforderlich, so Al-Wazir. "Mitunter genügt es, mit Buhnen oder Längsbauwerken den Wasserspiegel zu stützen." Das Frachtaufkommen auf dem Rhein stagniere seit Jahren nahezu, insgesamt wachse aber der Güterverkehr.

Das Niedrigwasser erschwert seit einigen Wochen den Schiffsverkehr auf dem Rhein, aber auch auf dem Main. So ist etwa beim Containerterminal in Ginsheim-Gustavsburg die Binnenschifffahrt an der Mainmündung zum Rhein eingestellt, wie das Unternehmen Contargo mitteilte. Der Fluss habe dort seinen niedrigsten Pegelstand seit 2003 erreicht. "Hier in Gustavsburg sind wir besonders betroffen, weil wir bei Niedrigwasser nicht auf den Schienentransport ausweichen können. Die Anbindung zum Schienenverkehr fehlt", sagt Eugen Werwai von Contargo.

Am Wochenende seien die zwei letzten beladenen Schiffe im Terminal angekommen. Seit Montag würden die Container nun per Lastwagen rund 220 Kilometer nach Neuss in Nordrhein-Westfalen gefahren, wo sie dann wieder auf Binnenschiffe verladen würden, um nach Rotterdam oder Antwerpen gebracht zu werden. "Ein Containerschiff entspricht ungefähr 100 Lkw", sagt Werwai. Sollte der Wasserstand in den nächsten Tagen weiter sinken, müsse der Transport per Lkw weiter ausgebaut werden. Die Lastwagen würden die Ware dann nicht nur nach Neuss, sondern 90 Kilometer weiter nördlich nach Emmerich in den  Niederlanden transportieren. Es gelte, die nächsten Tage abzuwarten und auf Regen zu hoffen, sagt Werwai.

(dpa)

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