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Weniger Ärger mit Wildgänsen: Projekt erforschte Lösungen

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Wildgänse
Zwei Graugänse laufen auf einer Grünfläche entlang. © Daniel Karmann/dpa

Sie verschmutzen Liegewiesen und können große Schäden im Ackerbau anrichten: Wildgänse sorgen vielerorts in Hessen für Ärger. In einem gerade zu Ende gegangenen Forschungsprojekt zu Wildgänsen im Werratal haben Biologen deshalb nach Wegen gesucht, wie Mensch und Tier miteinander auskommen können. Die nach vier Jahren erreichten Ergebnisse sollen als Vorlage zur Lösung ähnlicher Probleme auch andernorts dienen.

Gießen/Eschwege - Ein zentrales Element des Projektes war die räumliche Lenkung der Tiere mithilfe der Jagd, sagt der Projektleiter und Biologe Johann David Lanz von der Universität Gießen. So seien Gänse mittels Lockjagd in konzertierten Aktionen auf dem einen Feld gejagt und auf anderen Flächen geduldet worden, wie etwa Äcker, auf denen eigens ausgewählte Zwischenfrüchte reiften. Dies habe funktioniert, sich aber auch als sehr aufwendig herausgestellt.

Als effektiv erwiesen hätten sich sogenannte Vergrämungsschüsse, sagt Lanz. Dabei werden einige aus einer Gruppe mit hunderten Vögeln getötet, um den übrigen zu signalisieren, dass sie sich besser an einem anderen Ort aufhalten. So seien in einem Fall auf einem Rapsfeld vier Gänse geschossen worden, der Rest der Gruppe sei daraufhin 40 Tage ferngeblieben. Nach ihrem erneuten Erscheinen seien drei Vögel getötet worden, danach hätten die übrigen Tiere das Feld gänzlich gemieden.

Einen anderen Ansatz verfolgt die Stadt Frankfurt in ihrem großen Ostpark. Eine Hecke soll den Gänsen dort den Blick auf den See versperren und sie so von der angrenzenden Liegewiese vertreiben. Der Sichtschutz erfülle nachweislich seinen Zweck, die Zahl der Vögel dort zu reduzieren, erklärt das Umweltdezernat. Man wolle an dem Konzept festhalten. Auf andere Parkanlagen übertragbar sei es aber nicht direkt. dpa

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