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Ali B. verbirgt auf der Anklagebank sein Gesicht vor den Kameras der Journalisten, während der mitangeklagte Mansoor Q. im Hintergrund sitzt. Links steht B.'s Verteidiger Martin Reineke.

Zweiter Prozess startet

Fall Susanna: Ali B. sagt im Vergewaltigungsprozess aus - Mitangeklagter schweigt

Wiesbaden/Mainz - Zum Prozessauftakt im zweiten Prozess gegen Ali B. hat die Richterin die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen. Ali B. äußert sich vor Gericht, der Mitangeklagte schweigt.

  • Der Angeklagte Ali B. soll Susanna im Mai 2018 in Wiesbaden-Erbenheim vergewaltigt und anschließend heimtückisch getötet haben.
  • Ali B. gestand in Vernehmungen, Susanna getötet zu haben. Die Vergewaltigung bestritt er.
  • Ali B. muss sich in zwei Prozessen vor Gericht verantworten: Einmal wegen Tötung, einmal wegen Vergewaltigung.

Update, 19. März, 14.27 Uhr: Nach der Verhandlung sagte der Verteidiger des Afghanen, Michael Harschneck, Ali B. habe sich zur Person geäußert, der Mitangeklagte habe keine Aussage gemacht. Dabei werde es auch bleiben. Die Verteidigung habe Dokumente vorgelegt, aus denen sich ergebe, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt noch keine 14 Jahre alt war. Das sei bislang nicht berücksichtigt worden. Sein Mandant sei seit Ende 2015 oder Anfang 2016 in Deutschland. Er kenne Ali B. aus dem Flüchtlingsheim. Die beiden stünden in keinem Verhältnis zueinander.

Update, 19. März, 11.13 Uhr: Die Staatsanwaltschaft wirft dem 22-jährigen Ali B. im Vergewaltigungsprozess vor, das elf Jahre alte Mädchen Ende April 2018 in sein Zimmer in einer Wiesbadener Asylunterkunft gelockt und dort zum Sex gezwungen zu haben. Etwa einen Monat später sollen der irakische Flüchtling und der Mitangeklagte das Mädchen nacheinander in der Nähe eines Supermarkt-Parkplatzes vergewaltigt haben. Laut Staatsanwaltschaft soll der mitangeklagte Afghane die Elfjährige ein weiteres Mal im April oder Mai in einem Wald sexuell missbraucht haben. Bei diesem Übergriff sei auch ein Bruder von Ali B. dabei gewesen, der jedoch noch strafunmündig ist. Er soll das Mädchen ebenfalls vergewaltigt haben.

Mordfall Susanna: Ali B. schweigt vor Gericht

Update, 19. März, 10.41 Uhr: Im Prozess gegen Ali B. wegen der Vergewaltigung einer Elfjährigen ist vor dem Landgericht Wiesbaden nach etwa einer Stunde die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden. Der mutmaßliche Mörder der Mainzer Schülerin Susanna sitzt in diesem Verfahren gemeinsam mit einem Jugendlichen auf der Anklagebank, der laut Staatsanwaltschaft mindestens 14 Jahre alt ist. Die Vorsitzende Richterin Annette Honnef begründete den Ausschluss mit dem jugendlichen Alter des Angeklagten und des Mädchens. Es gelte in beiden Fällen eine besondere Schutzpflicht.

Monsoor Q. muss sich ebenfalls vor Gericht verantworten.

Update, 18. März 2019, 10.35 Uhr: Nach dem Aufsehen erregenden Prozessauftakt um den Mord an der Schülerin Susanna aus Mainz ist die Verhandlung gegen Ali B. am Montag weiter gegangen. Vor dem Landgericht Wiesbaden wollte der Angeklagte seine Aussage am Morgen nicht fortsetzen. Der Vorsitzende Richter Jürgen Bonk befragte den Iraker lediglich zu seiner Ausreise in die Heimat und seinem Asylverfahren. Ali B. war wenige Tage nach dem gewaltsamen Tod von Susanna mit seiner Familie in den Nordirak ausgereist. Die kurdischen Sicherheitsbehörden nahmen ihn dort fest und übergaben ihn der Bundespolizei. Sein Asylantrag war Ende 2016 abgelehnt worden. Am zweiten Prozesstag wurden außerdem die Zeugenaussagen von Polizeibeamten erwartet, die bei der Suche nach Susanna dabei waren und an dem Fundort der Leiche Spuren sicherten.

Mordfall Susanna: Ali B. entschuldigt sich bei Susannas Eltern

Update, 12. März 2019, 14.55 Uhr: Ali B. entschuldigte sich vor Gericht bei Susannas Eltern. "Bei der Mutter und beim Vater entschuldige ich mich", sagte der 22-Jährige. "Ich weiß, dass meine Entschuldigung nichts wieder gut machen kann." Seitdem er im Gefängnis sei, habe er verstanden, dass er etwas sehr Schlimmes getan habe, sagte der irakische Flüchtling.

Update, 12. März 2019, 14.48 Uhr: Susannas Mutter, die als Nebenklägerin in dem Prozess auftritt, kann während der Schilderungen des mutmaßlichen Mörders die Tränen nicht zurückhalten. Ganz in Schwarz gekleidet, beobachtet die Frau mit den langen schwarzen Haaren immer wieder minutenlang Ali B., wie der mit leiser Stimme, den Kopf zu seinem Übersetzer gewandt, seine Sicht der Dinge schildert. "Das ist sehr belastend für meine Mandantin", sagt die Nebenklageanwältin Petra Kaadtmann. Die Mutter sei in psychotherapeutischer Behandlung und habe sich lange auf das Verfahren vorbereitet.

Ali B. gesteht die Tötung: "Ich weiß nicht, wie das geschehen konnte"

Update, 12. März 2019, 13.43 Uhr: Ali B. sagte vor Gericht, dass er die 14-jährige Susanna drei Monate vor der Tat über einen gemeinsamen Bekannten kennengelernt hatte. Sie hätten öfter Zeit miteinander verbracht, Musik gehört oder Hand in Hand spazieren gegangen. Er wusste aber nicht, wie alt sie sei, sagte der Iraker.

Update, 12. März 2019, 13.03 Uhr:Ali B. gesteht die Tötung der 14-jähriger Susanna. "Es wurde vor meinen Augen schwarz, dann kam es zu diesem Ereignis. Ich weiß nicht, wie das geschehen konnte", sagte der 22-Jährige am Dienstag vor dem Wiesbadener Landgericht laut Übersetzung des Dolmetschers. Anschließend habe er geschaut, ob das Mädchen noch am Leben ist, aber keinen Puls mehr gefühlt. Vor der Tat habe er einvernehmlichen Sex mit Susanna gehabt. Susanna habe zwar erst Nein gesagt, bei der zweiten Frage jedoch zugestimmt. Die Vergewaltigung bestreitet er, wie auch schon in Aussagen nach seiner Verhaftung.

Update, 12. März 2019, 11.29 Uhr: Ali B. hat angekündigt, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Das erklärte sein Verteidiger kurz nach Beginn der Hauptverhandlung. Der Auftakt der Verhandlung wurde von zahlreichen Kamerateams und Journalisten begleitet. Vor dem Zuschauereingang bildete sich eine lange Schlange. Das Gericht hatte die Sicherheitsvorkehrungen zum Prozess verschärft, die Polizei war mit mehreren Einsatzwagen vor Ort. Vor dem Gebäude versammelten sich rund ein Dutzend Menschen zu einer Mahnwache.

Update, 12. März 2019, 10.04 Uhr: Bereits vor Prozessbeginn treffen die ersten Demonstranten vor dem Gerichtsgebäude ein. Sie tauchen wie angekündigt zu einer "Mahnwache" auf. Einzelne Demonstranten werden von der Polizei abgeführt, berichtet bild.de

Susanna schickte kurz vor ihrem Tod eine Notruf-WhatsApp

Update, 12. März 2019, 9.30 Uhr: Heute startet der Prozess gegen Ali B. Die Opferschutzorganisation Weißer Ring an appelliert an die Justiz, die Opfer nicht aus dem Blick zu verlieren. Oft stehe in der Verhandlung ausschließlich der mutmaßliche Täter im Fokus, die Opfer würden nur als Zeugen wahrgenommen, sagte ein Sprecher des Weißen Rings in Mainz.

Update 8. März 2019: Kurz vor dem Prozessbeginn am kommenden Dienstag (12. März/09.30 Uhr) gibt es neue Erkenntnisse im Mordfall Susanna. Diese soll laut Anklageschrift kurz vor ihrem Tod eine Freundin per Whatsapp um Hilfe gebeten haben, weil Ali B. sie nicht gehen lassen wollte. Diese Freundin riet Susanna, dass sie schnell nach Hause kommen soll. Doch dort kam sie nie an. Ali B. wird vorgeworfen, die Schülerin in einem Waldstück nahe des Wiesbadener Stadtteils Erbenheim vergewaltigt und anschließend getötet haben. Die Staatsanwaltschaft geht von Heimtücke als Mordmerkmal aus. Die Leiche der Schülerin war am 6. Juni gefunden worden.

Mordfall Susanna: "Für den Tod meiner Tochter gibt es keine gerechte Strafe"

Wenige Tage vor dem Prozess um den Mord an der 14-jährigen Susanna aus Mainz hat die Mutter der Schülerin die Hoffnung auf ein faires Verfahren geäußert. "Für den Tod meiner Tochter gibt es keine gerechte Strafe", sagte die Mutter im Interview des am Donnerstag ausgestrahlten SWR-Politikmagazins "Zur Sache Rheinland-Pfalz". "Ich weiß, dass keine Strafe der Welt mir mein Kind zurückbringt. Aber dennoch hoffe ich, dass die Richter einfach die richtige Entscheidung treffen."

In dem am kommenden Dienstag (12.3./9.30 Uhr) vor dem Wiesbadener Landgericht beginnenden Prozess ist der irakische Flüchtling Ali B. angeklagt, das Mädchen vergewaltigt und anschließend getötet zu haben. Die Tat soll sich Ende Mai 2018 in einem Waldstück nahe dem Wiesbadener Stadtteil Erbenheim ereignet haben. Die Staatsanwaltschaft geht von Heimtücke als Mordmerkmal aus. Die Leiche der Schülerin war am 6. Juni gefunden worden.

Verdächtiger hat die Tat bereits gestanden

Der zur Tatzeit 21 Jahre alte Tatverdächtige hat zugegeben, Susanna umgebracht zu haben. Die Vergewaltigung der 14-Jährigen bestreitet er. Ali B. sitzt seit dem 10. Juni in der JVA Frankfurt I. in Untersuchungshaft. Er muss sich in einem weiteren Verfahren vor dem Wiesbadener Landgericht auch noch wegen der mehrfachen Vergewaltigung eines elfjährigen Mädchens verantworten. (dpa/chw)

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