Wölfe
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Die Wolfspopulation steigt: Dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie gelang der erste offizielle Nachweis von Wolfswelpen. Dieses Symbolbild entstand im Tierpark Knüll.

Wolfsmonitoring

Offiziell erster Nachwuchs bei hessischen Wölfen

  • Carolin Eberth
    VonCarolin Eberth
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Endlich ist es soweit: Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie hat offiziell die ersten Wolfswelpen nachweisen können.

Wiesbaden – Lange wissen wir, dass es Wolfswelpen in Hessen gibt - nun ist der erste offizielle Nachweis geglückt: Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hat zum ersten Mal Wolfswelpen mit einer Wildkamera aufnehmen können. Das Video beweist: Durch den Wald im südlichen Rheingau-Taunus-Kreis streifen mehrere Wolfswelpen.

Die Elterntiere der Wolfswelpen sind erst im Juni 2021 als Paar bestätigt worden. Es sind die Individuen mit den Laborbezeichnungen GW1798f und GW1958m. In Hessen leben damit derzeit vier sesshafte Einzeltiere und ein Rudel, also eine Wolfsfamilie. Von einer hohen Dunkelziffer an Wölfen, die bisher ohne offiziellen Nachweis in den hessischen Wäldern leben, ist auszugehen. Auch mit weiteren, durchziehenden Wölfen ist jederzeit zu rechnen.

Wolfswelpen im Rheingau-Taunus-Kreis: Sie sind bereits circa drei Monate alt

Auf den Bildern der Wildkamera sind zwei Jungtiere zu erkennen, die durch den Wald im südlichen Rheingau-Taunus-Kreis streifen und an einer Stelle am Boden schnüffeln. Da Wolfswelpen in der Regel Ende April bis Anfang Mai geboren werden, gehen die Experten davon aus, dass die Wolfswelpen zum Zeitpunkt der Aufnahme knapp drei Monate alt sind, wie das HLNUG erläuterte. Ob mehr als die zwei aufgenommenen Welpen in dem Rheingauer Rudel leben, lasse sich noch nicht sagen. Im Schnitt werden jedoch vier bis sechs Welpen geboren.

Alle Weidetierhalter werden nun dringend gebeten, ihre Tiere nach der guten fachlichen Praxis mit rundum geschlossenen Elektrozäunen zu schützen, um die Wahrscheinlichkeit eines Wolfsangriffes etwas zu minimieren.

Das Wolfszentrum (WZH) des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) führt ein Wolfsmonitoring durch, um die Situation der Wölfe in Hessen zu dokumentieren. Hierzu gehört unter anderem der Einsatz von Wildkameras sowie die Aufnahme und Bewertung von Wolfshinweisen aus der Bevölkerung.

Durchschnittlich werden vier bis sechs Wolfswelpen pro Wurf geboren

Die Paarungszeit von Wölfen ist Ende Februar bis Anfang März. Nach rund neun Wochen Tragzeit werden im Schnitt vier bis sechs Welpen geboren. Die Jungwölfe verlassen meist mit 10 bis 22 Monaten das elterliche Territorium, um in einem eigenen Gebiet sesshaft zu werden und eine Paarungspartnerin beziehungsweise einen -partner zu finden.

Die Nachweise von Wölfen häufen sich auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Ist der Wolf in Deutschland überhaupt noch bedroht? Dieser Einschätzung widersprechen nun mehrere deutsche Wissenschaftler. (Carolin Eberth)

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