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Zahl der Sexualstraftaten deutlich gestiegen

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Die Zahl der Sexualstraftaten in Hessen ist 2021 im Vergleich zum Vorjahr deutlich um mehr als 30 Prozent auf 7333 Fälle gestiegen. Hintergrund ist laut Innenministerium vor allem, dass immer häufiger - meist unbedarft - strafbare Bilder und Videos mit pornografischen Inhalten von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden über soziale Netzwerke sowie Messenger-Dienste verbreitet werden.

Wiesbaden - Unter anderem wegen eines Zuwachses an solchen Fällen erhöhte sich die Summe der Straftaten im Bereich der Kinder- und Jugendpornografie 2021 im Vorjahresvergleich um mehr als 86 Prozent auf 3149 Fälle, wie das Ministerium in Wiesbaden mitteilte. Zugleich zeige eine Sonderauswertung der hessischen Polizei, dass signifikant mehr Jugendliche unter den Tatverdächtigen sind.

„Neben der konsequenten Verfolgung von Sexualstraftätern müssen wir Kinderpornografie auch mit zusätzlichen präventiven Mitteln bekämpfen. Wir wollen jetzt Jugendlichen und ihren Eltern ganz konkrete Hilfe anbieten“, erklärte Innenminister Peter Beuth (CDU).

Aus diesem Grund habe die Polizei eine hessenweite Beratungs- und Hilfehotline zur Prävention und Aufklärung über die Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie eingerichtet. Unter der Rufnummer 0800 55 222 00 können sich ab sofort hilfesuchende Eltern und junge Menschen vertrauensvoll an Präventionsexperten wenden.

„Das Strafrecht unterscheidet nicht, wer die Inhalte versendet“, erklärte der Präsident des Hessischen Landeskriminalamtes, Andreas Röhrig. Auch Jugendliche und Heranwachsende, die in der digitalen Welt ihre Sexualität entdeckten, sexualisierte Fotos und Videos aus freien Stücken aufnähmen und teilten, könnten sich strafbar machen. „Und das sehen wir auch an der Statistik“, erklärte Röhrig.

Viele Tatverdächtige im Bereich der Kinderpornografie seien mittlerweile jünger als 21 Jahre. „Was viele nicht wissen: Nicht nur eigenes Einstellen und aktives Weiterleiten von solchen Darstellungen stehen unter Strafe, sondern auch der Erhalt von kinder- und jugendpornografischen Inhalten in Chat-Gruppen oder sozialen Medien kann bereits strafbar sein“, mahnte Röhrig. dpa

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