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Zentralrat: Rückzug von Schormann „überfälliger Schritt“

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documenta fifteen - Sabine Schorrmann
Schormann legt ihr Amt nieder. Man habe sich einvernehmlich geeinigt, ihren Dienstvertrag aufzulösen, teilte der Aufsichtsrat der Kunstausstellung am 17.07.2022 mit. © Swen Pförtner/dpa

Der Rückzug der Generaldirektorin der documenta, Sabine Schormann, war aus Sicht des Zentralrats der Juden in Deutschland ein „überfälliger Schritt, der viel zu spät kommt“. „Die documenta, aber noch viel schlimmer, das Ansehen der Bundesrepublik hat durch das unverantwortliche Handeln immensen Schaden genommen“, teilte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, am Sonntag mit.

Berlin/Kassel - Schuster betonte weiter: „Das Problem mit dieser documenta ist mit dem Rücktritt Schormanns nicht ausgestanden. Es sind noch viele, sehr viele Schritte zu gehen.“ Verantwortungsträger müssten nun einen kritischen Blick in alle vom Bund getragenen und geförderten Kultureinrichtungen werfen.

Schormann hatte am Samstag nach dem Antisemitismus-Skandal bei der documenta ihr Amt als Generaldirektion der Kunstausstellung in Kassel niedergelegt. Aufsichtsrat und Gesellschafter hätten sich mit ihr verständigt, den Dienstvertrag kurzfristig aufzulösen, hatte das Kontrollgremium mitgeteilt.

Kurz nach der Eröffnung der Schau war im Juni eine Arbeit mit antisemitischer Bildsprache entdeckt worden. Das Banner „People's Justice“ des indonesischen Kunstkollektivs Taring Padi war daraufhin abgehängt worden. dpa

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