Zollfund

Beschlagnahmte Glasaale werden im Rhein ausgesetzt

2000 Glasaale wollte eine Frau nach Vietnam schmuggeln. Der Zoll kam ihr auf die Spur, heute werden die Tiere im Rhein ausgesetzt.

Bei Heidesheim nahe Mainz wird heute, 4. Dezember 2018, gegen 12 Uhr ein ganz besonderer Fund des Zolls in die Freiheit entlassen: Tausende Glasaale werden in den Rhein ausgesetzt. Das Auswildern dieser geschmuggelten Tiere sei bisher beispiellos in Deutschland, teilte das Zollfahndungsamt Frankfurt mit. Die Jungtiere, auch Glasaale genannt, waren am Frankfurter Flughafen beschlagnahmt worden.

Scanfoto des geschmuggelten Koffers mit Glasaalen

In dem Koffer einer malaysischen Reisenden, die auf dem Weg nach Vietnam war, entdeckten Mitarbeiter beim Sicherheitscheck am Flughafen am 28. November etwa 2000 lebende Glasaale. Die 47-jährige Frau hatte in ihrem Koffer zwei Styroporboxen mit acht mit Wasser gefüllten Kunststofftüten, in denen sich die Glasaale befanden. Das berichtet das Zollfahndungsamt Frankfurt. Die hinzugezogenen Zollbeamten identifizierten die Glasaale (Anguilla anguilla) als eine Art, die nach Anhang B der VO (EG) 388/97 und Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens geschützt ist. Für diese gewerbliche Ausfuhr hätte eine Ausfuhrgenehmigung vorliegen müssen. Dies sei nicht der Fall gewesen.

Woher die Glasaale stammen, ist laut Zollfahndungsamt unbekannt. Vermutlich wurden sie in Südwesteuropa (Frankreich, Portugal, Spanien) in Flussmündungen gefangen. Weil sie in Asien als Delikatesse gelten und man ihnen auch potenzsteigernde Wirkung nachsagt, werden sie dort mit hohen Gewinnmargen, ähnlich denen des Drogenhandels, gehandelt.

Auf der Hand eines Fischers liegt ein winziger Glasaal.

"Die Besitzerin des Koffers braucht, zumindest gegenwärtig, nicht mit einer Bestrafung zu rechnen. Zum Zeitpunkt der Kontrollmaßnahmen und Feststellungen saß sie bereits im Flieger nach Vietnam und der hatte bereits abgehoben", sagt Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher des Zollfahndungsamts.

Sowohl in Hessen als auch in Rheinland-Pfalz steht der Aal auf der Roten Liste gefährdeter Arten und daher unter besonderem Schutz. Die Aalbestände im Rhein sind in den letzten Jahren zurückgegangen, immer mal wieder wurden deshalb Jungtiere ausgesetzt.

Rubriklistenbild: © dpa

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