Zungenschrittmacher
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Eine Simulation zeigt einen implantierten Zungenschrittmacher.

„Zungenschrittmacher“ gegen nächtliche Atemaussetzer

Ein „Zungenschrittmacher“ kann Patienten mit nächtlichen Atemaussetzern zum Durchschlafen verhelfen. „Durch eine sanfte Stimulation des Zungennervs werden synchron mit der Einatmung wichtige Atemwegsmuskeln angeregt und so der Atemweg offengehalten“, erklärt Prof. Johanna Quick-Weller, Leiterin Funktionelle Neurochirurgie und Stereotaxie am Frankfurter Universitätsklinikum.

Frankfurt/Main - Bei der sogenannten Schlafapnoe verschließen sich die Atemwege, weil der Zungenmuskel und benachbarte Bereiche erschlaffen. Die Atmung setzt kurz aus, der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt, die Patienten wachen permanent kurz auf, dazu kommt lautes Schnarchen. Abhilfe schafft in der Regel eine Maske, die die Atmung unterstützt, indem sie maschinell Druck auf die Atemwege ausübt. Allerdings empfänden viele Patienten das als sehr unangenehm, berichtet Quick-Weller.

Mit dem Zungenschrittmacher werden wichtige Atemwegsmuskeln stimuliert und so der Atemweg offengehalten. Die Technik ist nicht neu, wurde nun aber in Frankfurt zum ersten Mal in der Rhein-Main-Region an sechs Patienten erprobt. Das System besteht aus einem Atemsensor und einer Stimulationselektrode, die minimalinvasiv unter dem Schlüsselbein implantiert werden. Der Schrittmacher wird vor dem Schlafen einer Fernbedienung eingeschaltet. dpa

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