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Zwei Tote: Anklage fordert psychiatrische Unterbringung

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Justitia
Eine Darstellung der Göttin Justitia. © Carsten Koall/dpa/Symbolbild

Ein Auto fährt mit überhöhter Geschwindigkeit auf einen Fußgängerüberweg. Zwei Passanten sterben. Nun neigt sich der Prozess gegen den Fahrer dem Ende zu.

Frankfurt/Main - Nach einem schweren Verkehrsunfall mit zwei Toten in Frankfurt-Sachsenhausen hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch die dauerhafte Unterbringung des 39 Jahre alten Unfallfahrers in einem psychiatrischen Krankenhaus gefordert. Die Anklagevertreterin orientierte sich dabei vor dem Landgericht Frankfurt an einem am Vormittag erstatteten Gutachtens eines psychiatrischen Sachverständigen. Der hatte von einer psychischen Erkrankung und einer damit verbundenen Allgemeingefährlichkeit des Beschuldigten gesprochen.

Weil er von inneren Stimmen getrieben worden war, war der 39-Jährige laut Anklage im Februar dieses Jahres mit mehr als 100 Stundenkilometern auf eine Kreuzung gefahren. Zwei Fußgänger, die bei grüner Ampel die Fahrbahn überqueren wollten, starben noch am Unfallort, eine Frau kam mit dem Schrecken davon. In dem Prozess zeigten sich darüber hinaus auch mehrere Tatzeugen traumatisiert. Kurz nach dem Zusammenstoß verlor der Fahrer die Kontrolle über den Kleinwagen, der sich daraufhin überschlug. Leicht verletzt, wurde er in eine Klinik gebracht.

Rechtlich bewertete die Staatsanwältin das Verhalten des Mannes als Totschlag, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, verbotenes Autorennen und Unfallflucht. Gleichwohl könne der Mann aufgrund seiner psychischen Krankheit nicht strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden. Eine andere Entscheidung als die dauerhafte Unterbringung wäre „unverantwortlich“. Der Verteidiger hatte in dem Prozess eine mögliche Aussetzung zur Bewährung angesprochen.

Die Schwurgerichtskammer will Anfang der Woche das Urteil bekanntgeben. dpa

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