Bei Stromausfall gerüstet

Keiner möchte sich den Ernstfall eines großflächigen Stromausfalls in Oberursel und Umgebung vorstellen. Gut zu wissen, dass die Verantwortlichen von Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz darauf vorbereitet sind. Am Samstag trafen sich die Verantwortlichen zu einer Einweisung zum Thema Einspeisung mit Netzersatzanlagen.
Oberursel.  Auf einer Wiese in der Nähe des Gerätehauses der Feuerwehr Mitte wurden die Netzersatzanlagen aufgestellt.

Daran möchte niemand wirklich gerne denken: Den Ernstfall, wenn es etwa durch einen Terroranschlag zu einem großflächigen totalen Stromausfall kommt. Doch zum Glück haben sich die Spezialisten von Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz längst darauf vorbereitet. Vergangenen Samstag trafen sich der Katastrophenschutzsachbearbeiter des Hochtaunuskreises, Wolfgang Reuber, sowie andere Interessierte und in diesem Bereich tätige Männer bei der Feuerwehr Mitte.

Auf dem Parkplatz neben der Wache waren der 250 KVA (Kilovoltampere) des Landes Hessen, mit einer Nennleistung von 200 Kilowatt, der bei der Feuerwehr Oberursel stationiert ist, aufgestellt, aber auch der 60 KVA des Landes Hessen mit einer Nennleistung von 48 Kilowatt, der beim DRK Neu-Anspach und Friedrichsdorf stationiert ist, der 50 KVA vom Bund mit einer Nennleistung von 40 Kilowatt, der beim THW in Bad Homburg stationiert ist, und der 85 KVA der Gemeinde Grävenwiesbach. Feuerwehrleute, Rettungsanitäter und Mitglieder der THW schauten sich alle Wagen genau an und konnten Fragen an die Mitarbeiter des Netzwerkbetreibers Syna stellen. Da wurde mal der computer- und handgesteuerte Lichtmast ausgefahren und die Riesensteckdose für das Kabel, das im Notfall Strom an ein wichtiges Gebäude weitergeben kann, gecheckt.

Jeder der Wagen ist ein wenig anders ausgerüstet, alle aber sind in der Lage, mit Strom zu versorgen. Auch Orschels Stadtbrandinspektor Holger Himmelhuber erklärte: „Hier kann heute jeder mal den Wagen einer anderen Gemeinde kennenlernen. Nicht alle Gebäude haben außerdem eine Einspeisungsvorrichtung, und es muss eine Netztrennstelle im Gebäude vorhanden sein.“ Eingespeist würden Altenheime und Schulen, die als Unterkunft genutzt würden. Krankenhäuser hätten ihre eigenen Notstromaggregate ebenso wie landwirtschaftliche Betriebe oder ausgesuchte Tankstellen, wichtige Objekte eben, betonte der Stadtbrandinspektor „Da gibt es eine Prioritätenliste der Katastrophenschutzbehörde, private Haushalte sind davon eher nicht betroffen.“ Kümmern müssten sich auch die Menschen, die sich in häuslicher Pflege befänden, sagte Himmelhuber, Eigenvorsorge sei hier gefragt. Er und Reuber teilten ihr Wissen noch mit anderen, meinte er. „Wenn’s uns mal nicht mehr gibt, müssen Handbücher herhalten.“ Deshalb seien solche Einweisungen wichtig. Über eines ist Reuber sich jedoch sicher: „Bei der Sicherheit der Stromversorgung liegt Deutschland in Europa ganz vorn.“

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