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In Großbritannien gibt es Zorn auf ARD-Moderator Christian Ehring.

Humor-Loch im Land der Sarkastiker

Den Witz nicht verstanden? Zeitung blamiert sich mit Zorn über ARD-Show

In einem Artikel einer britischen Nachrichtenseite beschwert sich der Autor über den ARD-Moderator Christian Ehring. Offenbar weil er den Witz nicht verstanden hat...

London - Hierzulande ist die Show Extra 3 den meisten ein Begriff. In der Satire-Sendung ziehen Moderator Christian Ehring und seine Gäste alle drei Wochen im Ersten mit mehr oder minder feiner Ironie über alles und jeden her. Am liebsten knüpft er sich Politiker vor, egal ob einheimische oder aus der ganzen Welt. Vielen dürfte noch in Erinnerung sein, wie die Show im Frühjahr 2017 den Türkei-Streit mit ihrem Erdogan-Song weiter anheizte

Nun sorgt wieder ein Beitrag für Verstimmungen. Und zwar ausgerechnet, weil die sonst so lästerfreudigen Briten den Witz nicht verstanden haben.

Video: Satire auf Trump 

Neuer Trubel um „Extra 3“: Ehring machte sich über Folgen des Brexit lustig

In Sendung vom 22. November nahm Ehring in gewohnter Manier die Briten und den Brexit aufs Korn. „Wenn England ohne Deal aussteigt, dann müsste man für jede Ware einen eigenen Deal mit der ganzen Welt machen. Jedes After Eigth, das wir essen, bräuchte ein eigenes Visum. James Bond könnte nicht mehr weltweit Schurken jagen, der stünde die ganzen zwei Stunden vom Film in der Passkontrolle“, witzelt der Moderator. „Zusammengefasst und frei nach Gary Lineker: Der Brexit ist ein einfaches Spiel - 65 Millionen Briten jagen einer Schwachsinnsidee hinterher und am Ende verliert immer England.“ 

Weiter verglich der Moderator die Brexiteers mit einem Teenager, der vollmundig seinen Auszug aus dem elterlichen Heim ankündigt. „Dann merkt er, dass er nicht mehr mitbestimmen darf, was gekocht wird und darf auch nicht mehr mit essen.“

Brexit-Ärger: Britische Webseite schreibt sich in Rage

Auf der Webseite der britischen Boulevardzeitung Daily Mail erschien ein Artikel mit dem Titel: „German TV host ridicules May's deal“ (Deutscher TV-Moderator spottet über May`s Deal). Der Artikel fasst all die Witze, aus der Extra 3 Sendung über den Brexit zusammen. 

Es wird aber kein einziges Mal erwähnt, dass es sich um eine Satire-Show handelt. Neben den Zitaten von Ehring beschäftigt sich der Autor im ernsten Ton mit dem Brexit und verteidigt Theresa May, die schwere Verhandlungen führen muss und sich gegen die Widerstände aus dem Ausland wehrt. Er schreibt: „Die Show aus dem Ersten verspottet Theresa May, die vor einem gigantischen Kampf steht, um ihren Deal gegen die überwältigende Opposition aller politischen Parteien von den Abgeordneten verabschieden zu lassen.“ 

Der Treppenwitz also: Obwohl die Briten für ihren Sinn für Humor bekannt sind, scheint der Autor des Artikels nicht zu verstehen, dass Extra 3 eine Satire-Sendung ist. Beim Brexit versteht die Insel offenbar keinen Spaß mehr - selbst beim Spaß nicht.

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md

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