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„Bauer sucht Frau“ böse abgestraft wegen der Art, wie Tiere in der Show gezeigt werden

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Von: Claire Weiss

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Im November endete die 18. Staffel „Bauer sucht Frau“ bei RTL. Von der Tierschutzorganisation PETA wird die Kuppelshow nun mit einem Negativ-Preis ausgezeichnet. Kritisiert wird die Romantisierung von „Tierausbeutung“ und die mangelnde Aufklärung.

Stuttgart – Seit September verleiht PETA den Negativpreis „Speziesismus des Monats“. Diesmal trifft es die von Inka Bause (54) moderierte RTL-Kuppelshow „Bauer sucht Frau“.

PETA erhofft sich, dass „Bauer sucht Frau“ sich mit dem Thema „Tierwohl“ auseinandersetzt

Auf der Website klagt die Tierschutzorganisation an: „Die Sendung verharmlost bereits in der 18. Staffel Tierausbeutung – romantisiert sie sogar und klärt in keiner Weise über durch die Landwirtschaft verursachtes Tierleid auf.“ Anstatt sich für mehr Tierwohl einzusetzen, ignoriere die RTL-Show das Tierleid eiskalt weg. Die Tiere würden als Kulisse ausgenutzt, um die perfekte „Bauernhofidylle“ zu symbolisieren – ihre eigenen Bedürfnisse würden allerdings nicht berücksichtigt.

Inka Bause moderiert seit der ersten Staffel im Jahr 2005 „Bauer sucht Frau“.
Inka Bause moderiert seit der ersten Staffel im Jahr 2005 „Bauer sucht Frau“. © IMAGO / CHROMORANGE & RTL+

„Streicheleinheiten, putzige Tiernamen und Verniedlichungen stehen im Widerspruch dazu, dass wahre tierische Interessen kaum ernst genommen werden“, kritisiert Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. Was die „Auszeichnung“ bewirken soll? Die Tierschutzorganisation hoffe, „die Redaktion des Formats dazu zu bewegen, Tiere in der Show kritisch abzubilden“.

Was bedeutet Speziesismus?

Die Definition von „Oxford Languages“ lautet: Anschauung, nach der der Mensch allen anderen Arten überlegen und daher berechtigt sei, deren Vertreter nach seinem Gutdünken zu behandeln.

PETA schreibt dazu: „Speziesismus ist die Diskriminierung von nicht-menschlichen Tieren und ihre Ausbeutung als Nahrung, Forschungsobjekte, Bekleidungsmaterialien oder Spielzeug. So wie die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, einer Beeinträchtigung, ihres Alters oder ihrer sexuellen Orientierung verursacht der Speziesismus großes Leid bei den Betroffenen.“

Facebook-Nutzer finden die Auszeichnung gerechtfertigt

Im Netz findet die Entscheidung von PETA, der Kuppelshow die Negativ-Auszeichnung zu verleihen, durchaus Anklang. „Da habt ihr vollkommen recht. Diese Sendung tut so, als wäre es normal, Tiere auszubeuten. Wir befinden uns im 21. Jahrhundert, da braucht der Mensch kein Fleisch, keine Milch und Eier mehr, um sich zu ernähren“, beschwert sich ein Facebook-Nutzer. Ein zweiter meint: „Ich stimme dem voll und ganz zu. Ich habe Inka Bause sogar Nachrichten über das ‚Wohlergehen‘ der Tiere in ihren Shows geschickt, aber keine einzige Antwort erhalten.“ Und ein dritter fasst sich kurz: „Verdiente Auszeichnung“.

Ob PETA wohl bald noch auf eine andere Reality-Serie aufmerksam wird? Kürzlich sorgte nämlich eine Vox-Show für Aufsehen. Bei „Goodbye Deutschland“ ging eine Schweineschlachtung schief: „Beim ersten Stich noch nicht ganz tot.“ Verwendete Quellen: peta.de, bunte.de, facebook.com

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