1. Startseite
  2. Film, TV & Serien

Die Berliner Mauer trennt und vereint zugleich

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Ungeheuer

Kommentare

In der Dokumentation „East Side Gallery“ widmen sich Karin Kaper und Dirk Szuszies dem früheren Grenzwall, der von Künstlern bemalt wurde.

Einen Brocken von der Mauer mit dem Hammer abschlagen und einfach mit nach Hause nehmen: Das war nach dem Mauerfall der Wunsch von vielen, die nach Berlin kamen. Heute befinden sich auf der ganzen Welt verteilt mehr als 100 Teile des grausigen Bauwerks. Sie dienen als Denk- und Mahnmale. Das mit etwa 1300 Metern längste Stück erhaltene Mauer befindet sich jedoch im Berliner Stadtteil Friedrichshain.

Entlang der Spree verläuft die „East Side Gallery“. Im Frühjahr 1990 wurde sie eröffnet. Rund 118 Künstler aus 21 Ländern hatten sie mit vielen erdenklichen Motiven und in unterschiedlichsten Stilen bemalt. So konnte man hier das Gemälde des Bruderkusses zwischen Michail Gorbatschow und Erich Honecker ebenso betrachten wie das des weißen Trabants, der die Mauer durchbricht. Das farbenfrohe Leben der Kunstwerke sollte freilich nicht ungetrübt bleiben. Schon bald wurden sie mit Sprühlacken aus der Dose überdeckt. Andere überschrieben sie mit Worten und Zeichen. Auch die Witterung machte den Freiluftkunstwerken zu schaffen. Bald schon bröselten einzelne Farbflächen von der Mauer.

Im Zentrum der rund zweistündigen Dokumentation von Karin Kaper und Dirk Szuszies steht die Rekonstruktion der Wandmalereien (2009). Mit spürbar großem Interesse durchforsteten Kaper und Szuszies über sechs Jahre hinweg Filmmaterial aus den vergangenen Jahrzehnten. So können sie sogar Bilder zeigen, die Künstler 1990 bei der Arbeit unter freiem Himmel zeigen. Erhellend sind dabei alte wie neue Kommentare von verschiedenen Kreativen. Interessant sind aber auch die Aussagen der freiwilligen Helfer, die mit Schwämmen und Putzmitteln die täglich neu entstehenden Graffiti respektloser Touristen von dem Denkmal wegschrubben, das hoffentlich noch lange Bauinvestoren stören wird. Sehenswert

Frankfurt: Orfeos Erben

Auch interessant

Kommentare