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Billy Kuckuck (Aglaia Szyszkowitz) und Gunnar (Gregor Bloéb) sind eigentlich geschieden. Aber die alten Gefühle sind noch nicht vergangen. Bild: SWR Degeto/Kai Schulz

TV-Kritik

"Billy Kuckuck": Warum Sie diesen Auftakt nicht verpassen sollten

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Nicht zu fassen: Die ARD startet eine neue Reihe am Freitagabend, und es ist keine Arztserie. Bei Billy Kuckuck (Aglaia Szyszkowitz) handelt es sich vielmehr um eine Gerichtsvollzieherin. Wenn auch um eine Frau mit viel Herz: Ihr ausgeprägtes Helfersyndrom und ihre mitfühlende Art macht sie schon fast zu einer Frau, die man sich so oder so ähnlich auch in der "Eifelpraxis" oder in "Praxis mit Meerblick" vorstellen könnte.   

Nicht zu fassen: Die ARD startet eine neue Reihe am Freitagabend, und es ist keine Arztserie. Bei Billy Kuckuck (Aglaia Szyszkowitz) handelt es sich vielmehr um eine Gerichtsvollzieherin. Wenn auch um eine Frau mit viel Herz: Ihr ausgeprägtes Helfersyndrom und ihre mitfühlende Art macht sie schon fast zu einer Frau, die man sich so oder so ähnlich auch in der "Eifelpraxis" oder in "Praxis mit Meerblick" vorstellen könnte.   

Allerdings hat Drehbuchautorin Brigitte Müller – die auch sämtliche Episoden der "Eifelpraxis" verfasste - die neue Serienheldin  doch mit genügend Individualität ausgestattet, um der Figur der Frau mit Helfersyndrom ein paar neue Facetten abzugewinnen. Natürlich ist auch Billy Kuckucks Privatleben gekonnt verkorkst: Ihr Ex-Ehemann Gunnar (Gregor Bloéb) hat etwa eine Fußpflegerin geschwängert, trifft sich aber ab und an noch zum heißen Sex mit Billy im Auto.

Ihre pubertierende Tochter Hannah (Vivien Sczesny)  treibt sie zur Weißglut, als diese sich in der Küche mit einem Mann verlustieren will, der rund elf Jahre älter ist. Und ihrer Mutter dann auch noch vorhält, dass sie mit dem Sanitäter Lukas (Bernd-Christian Althoff) selbst just einen rund 14 Jahre jüngeren Kerl angeschleppt hat. Ganz abgesehen von ihrem Vater, der eine Frau geschwängert hat, die über 20 Jahre jünger ist.  

 

Billlys nervige Mutter freut sich schon darauf, bei ihr einzuziehen. Ihr Hauptproblem aber ist erstmal Margot Kühlborn (Monika Lennartz), eine Frau von 80 Jahren, die von dem jungen Florian Elstner (Rainer Sellien) wegen Eigenbedarfs aus ihrer Wohnung geklagt worden ist. Billy Setzt alle Hebel in Bewegung, um der alten Dame zu einem längeren Bleiberecht zu verhelfen: Der arrogante und schnöselige Elstner ist ihr ein Dorn im Auge.

Doch als sie Elstner zuhause besucht, erkennt sie, dass die Dinge so einfach nicht sind. Die bemerkenswert vielschichtigen Nebenfiguren sind schon mal ein großer Pluspunkt in der neuen Reihe. Immer wieder konfrontiert das Drehbuch hier an den entsprechenden Stellen den Zuschauer mit neuen Erkenntnissen und Emotionen. Was Aglaia Szyszkowitz ein facettenreiches Spiel ermöglicht und auch dadurch das Interesse durchgehend hoch hält.

So geht es dabei auch um Themen wie Selbständigkeit und Erwachsenwerden, was sich speziell im Verhältnis von Billy und ihrem Ehemann zu der gemeinsamen Tochter niederschlägt. Und das Ganze kommt auch noch ideal besetzt und im durchgehend locker-leichten Plauderton mit jeder Menge Wortwitz und Schlagfertigkeit. Mit anderen Worten: Der Auftakt ist schon mal ein Treffer!

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