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"Eine Liebe für den Frieden": Eine große Frau

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Die ARD spendiert Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner einen epischen Fernsehfilm. Das 90-minütige Portrait ist hochkarätig besetzt und geizt nicht mit großen Gefühlen.

Eine ungewöhnliche Frau mit einem ungewöhnlichen Leben: Bertha von Suttner (1843-1914) muss gespürt haben, dass etwas in der Luft lag. Als die österreichischen Friedensaktivistin im Herbst 1889 die wellenschlagende Erzählung „Die Waffen nieder“ verfasste, konnte sie von dem nahenden Unheil, das in den nächsten Jahren über Europa hereinbrechen sollte, noch nichts ahnen. Dennoch mauserte sich der Roman der Schriftstellerin zum bedeutendsten deutschsprachigen Antikriegsroman bis zur Veröffentlichung von Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“.

Die ARD spendierte gestern jener visionären Aktivistin nun einen wuchtigen Fernsehfilm, in dem Birgit Minichmayr die Friedensaktivistin mit großer Empathie verkörpert.

Im Mittelpunkt des Films steht die Lebensliebe der Österreicherin: Alfred Nobel (gravitätisch gespielt von Sebastian Koch). Das Paar lernt sich in Paris kennen, findet schon bald zusammen und diskutiert das Weltgeschehen. Kurz vor der der Hochzeit bekommt Suttner jedoch kalte Füße und brennt mit dem abgebrannten Arthur (Philipp Hochmair) durch.

Stoff, Stoff, Stoff

Trotz jener Flucht bleiben Nobel und Suttner in engem Kontakt: Sie schreiben sich Briefe und halten sich auf dem Laufenden. Während Nobel mit den Auswirkungen seiner Dynamit-Erfindung zurechtkommen muss, sieht Suttner während des Russisch-Türkischen Krieges schreckliche Bilder. Sie sehnt sich zurück nach Frankreich, will über Literatur sprechen und einen Roman schreiben.

Zurück in Paris, nähert sich Suttner erneut dem milden Nobel an. Die Freundschaft blüht auf und Suttner inspiriert Nobel zu einem edlen Nachlass: Mit seinem Vermögen stiftet er den Nobelpreis.

Der Film ist dramatisch inszeniert, fährt die ganz großen Gefühle auf und hat einen ziemlich dämlichen Titel gewählt. In kurzer Zeit wird

Stoff, Stoff, Stoff

aneinander gepackt, sodass der Zuschauer manchmal ganz schön ins Hecheln kommt, um jede neue Wendung nachvollziehen zu können. Am Ende überzeugt der Film nicht durch Genauigkeit oder Faktentreue, sondern als schwermütiger Fernsehfilm an einem kalten Wintertag. Und das kann ja manchmal auch durchaus befriedigen.  

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