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ARD/SWR FILMMITTWOCH IM ERSTEN, "Die Firma dankt", am Mittwoch (28.02.18) um 20:15 Uhr im ERSTEN. John (Fabian Hinrichs) und Ella (Nora Waldstätten) scheinen die Devise des Entspannungswochenende tatsächlich ernst zu nehmen. Dabei bauen sie ganz entspannt ein Bedrohungsszenario für Adam (Thomas Heinze) auf. © SWR/Alexander Kluge, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter SWR-Sendung bei Nennung "Bild: SWR/Alexander Kluge" (S2+). SWR-Presse/Bildkommunikation, Baden-Baden, Tel: 07221/929-22202, foto@swr.de

TV-Kritik

"Die Firma dankt": Ohne echten Biss

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Wenn es in einem Film um die Arbeit geht, prallen stets Welten gegeneinander. Alt gegen Neu, Chef oder wenigstens Abteilungsleiter gegen Putzkraft, altgedienter Mitarbeiter gegen jungen Schnösel. Die Fronten sind sauber getrennt. So auch hier: Adam Krustenstern (Thomas Heinze) hat jahrelang die Entwicklungsabteilung seiner Firma geleitet. Bei der Übernahme der Firma durch einen Global Player wurden fast alle alten Mitarbeite gefeuert.

Wenn es in einem Film um die Arbeit geht, prallen stets Welten gegeneinander. Alt gegen Neu, Chef oder wenigstens Abteilungsleiter gegen Putzkraft, altgedienter Mitarbeiter gegen jungen Schnösel. Die Fronten sind sauber getrennt. So auch hier: Adam Krustenstern (Thomas Heinze) hat jahrelang die Entwicklungsabteilung seiner Firma geleitet. Bei der Übernahme der Firma durch einen Global Player wurden fast alle alten Mitarbeite gefeuert.

Krustenstern wurde aber in das Gästehaus der neuen Firma übers Wochenende eingeladen. Dort erwarten ihn die elfenhafte Mayumi (Gloria Endres de Oliveira), der allzu gutgelaunte Personalchef  John (Fabian Hinrichs), die elegant-kühle Personaltrainerin Ella (Nora Waldstätten)und Sandor (Ludwig Trepte), ein Praktikant). Die neue Umgebung und vor allem die Leute verwirren Krustenstern. Besonders Sandort bringt ihn mit seinem lümmelhaften Auftreten bald zur Weißglut.

Ständig bekommt Krustenstern andere Signale: Mal heißt es, es gäbe kein Programm und es wäre nur Urlaub und Erholung angesagt. Dann wieder soll plötzlich aus heiterem Himmel die neue Firmenleitung vorgestellt werden. Die Geschichte entwickelt sich immer stärker zu einem Verwirrspiel. Und nicht nur Krusenstern weiß bald nicht mehr, was er denken soll. Auch so mancher Zuschauer dürfte bald seine Probleme bekommen.

Eine Satire auf die moderne Arbeitswelt will der ARD-Film nach einem Stück des Dramatikers Lutz Hübner sein: eine Welt, wo Krusensterns Erfahrung, wo persönliche Bindungen, alte Normen und Werte rein gar nichts mehr zählen, wo windige Manager ihre Hohlheit hinter gespielter Lässigkeit und geschraubtem Denglisch verbergen und er, wie sich gegen Ende herausstellt, eigentlich nur eingeladen wurde, weil sein Name so schön klingt.

Wo es im Wesentlichen also zugeht wie im Absolutismus: Für diese Epoche steht gegen Ende des Films die Jagdgesellschaft, in der die Gruppe im Gästehaus historisch im Stil des 18. Jahrhunderts kostümiert mit Farbpatronen auf Menschen in Vogelkostümen schießt. So zumindest die Vermutung: Die genaue Zielrichtung der einzelnen Szenen erschließt sich nämlich öfters nicht wirklich.

So kämpft Krusenstern mit allerlei Absonderlichkeiten: Einer Teppichecke, die er mehrfach vergeblich zu bändigen versucht, oder einem Bildschirm mit buntem Geflimmer, das auch dann noch weitergeht, als er den Stecker zieht. Das gibt seiner Figur im Film zwar eine gewisse Anmutung von Hilflosigkeit und Ausgeliefert-Sein, sorgt aber nur eingeschränkt für Spannung. Unter anderem deswegen, weil man aus Krustenstern auch selbst nicht richtig schlau wird.

So suchte der einst seiner Probleme in der Arbeit wegen eine Selbsthilfegruppe auf und telefoniert anfangs gelegentlich noch mit einem alten Kollegen, der Hilfe benötigt. Als Krusenstern aber selbst die Runde zum Gespräch fast schon nötigt, bringt versucht er nicht wirklich, die Zukunft der alten Belegschaft seiner Firma zu erörtern. Dazu kommt, dass Thomas Heinze Krusenstern zwar schon durch seine schauspielerische Bandbreite eine gewisse Präsenz verleiht, die anderen Figuren aber bis auf Sandor zu eindimensional bleiben.

In vielen Szenen wirken Krusensterns Erlebnisse deswegen oft wie eine Illustration, statt sich zum echten Baustein einer halbwegs nachvollziehbaren Handlung zu entwickeln. Vieles bleibt kryptisch wie die stets wiederkehrenden Szenen in Schwarzweiß, in denen die handelnden Personen vor der Kamera wirken, als würden sie unter Hochdruck zum nächsten Termin eilen.

Trotz illustrer Besetzung, eindrucksvoller Optik und einigen guten Szenen gelang es deswegen nicht wirklich, Hübners Theaterstück adäquat auf den Bildschirm zu bringen. 

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