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Schwesta Ewa: Doku über ihre Kindheit und das Leben nach dem Gefängnis - „so oft starke Schläge bekommen“

  • VonTanja Koch
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In einer Doku-Serie auf TV Now erzählt Rapperin Schwesta Ewa von ihrer harten Kindheit, ihrem Gerichtsprozess und ihrer Haftstrafe.

Frankfurt – Bis Anfang des Jahres saß Schwesta Ewa im Gefängnis. Wie wurde sie zu der Frau, die sie heute ist und wie ergeht es ihr nach der Haft? Eine neue Doku-Serie bei TV Now, dem Streamingdienst von RTL, geht diesen Fragen auf den Grund.

Die Rapperin veröffentlichte 2015 ihr Debütalbum und geriet zunächst aufgrund ihrer Vorgeschichte als Sexarbeiterin in die Medien und der Frage, inwieweit es feministisch ist, wenn eine Frau sich prostituiert. Zudem sind Rapperinnen die Ausnahme. Die Branche ist stark männlich dominiert.

Schwesta Ewa: Doku-Serie dreht sich um Gerichtsverfahren und Haftstrafe

2017 allerdings wurde Schwesta Ewa, mit bürgerlichem Namen Ewa Mandala, aufgrund 35-facher Körperverletzung und Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt, die sie zum Teil in einem Mutter-Kind-Gefängnis absaß.

In der Doku-Serie auf TV Now erklärt Schwesta Ewa, eine der angeblichen Opfer habe sich die blauen Flecken lediglich aufgemalt. Die Frauen seien „eine dümmer als die andere, eine linker als die andere“, hätten lediglich öffentliche Aufmerksamkeit erregen wollen.

O-Töne von beispielsweise Rapper, Unternehmer und Ex-Goldräumer Xatar, der Schwesta Ewa entdeckt hat, geben Schwesta Ewa recht. Eine Sexarbeiterin, die der Kamera den Rücken zugewandt hat, um anonym zu bleiben, bezeichnet Schwesta Ewa Umgang mit den Sexarbeiterinnen als „Traum“, „also mega“ und erklärt, das Urteil sei „überhaupt nicht gerecht gewesen“.

In sechs Folgen unter dem Namen „Schwesta Ewa - Rapperin. Häftling. Mutter.“ erzählt TV Now die Lebensgeschichte der 36-jährige Musikerin bis zu ihrem Neubeginn nach der Haft.

Schwesta Ewa: Als Kind wurde sie von ihrer Mutter verprügelt

In der Serie „Schwesta Ewa – Rapperin. Häftling. Mutter.“ sitzt die 37-Jährige auf einem Ledersofa in einem Parkhaus und erzählt ihre Version ihrer Lebensgeschichte. Schon ihr Start ins Leben sei schwierig gewesen. „Am Anfang waren wir in einem Asylantenheim, aber nur für ein oder zwei Tage. Dann haben wir auf der Straße gelebt, waren später im Frauenhaus. Und dann waren wir wieder auf der Straße, da war ich so fünf.“ Übergangsweise habe sie mit iherr Mutter in einem Kieler Park geschlafen. „Mutter hat bei Karstadt Schlafsäcke geklaut, damit wir es draußen warm haben.“

Die Beziehung zwischen ihr und ihrer Mutter allerdings sei von Gewalt geprägt gewesen: „Wenn du was falsch gemacht hast, hast du einfach in die Fresse bekommen. Und je nachdem, wie sie das empfunden hat, gab es entweder mit dem Ledergürtel, was auch Schmerzen waren, aber noch okay war … Aber ich wusste, wenn sie zum Kabel greift … das ist immer sehr schmerzhaft.“ Mit Handtüchern unter der Kleidung versuchte sie sich vor schwereren Verletzungen zu schützen.

„Ich habe so oft starke Schläge bekommen, sodass als ich älter wurde und ein Typ mich einmal minutenlang bearbeitet hat, ich einfach nebenbei mit dem Staub auf dem Boden gespielt habe – während ich verprügelt wurde.“

Zu ihrer Mutter hat Schwesta Ewa trotzdem ein gutes Verhältnis. „Ich liebe meine Mutter trotzdem, egal, was war. Sie gibt als Oma eine viel bessere Mutterrolle ab. Ich möchte nicht, dass meine Tochter ihre Oma missen muss.“ (Tanja Koch)

Rubriklistenbild: © TVNOW

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