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ARD FRAU TEMME SUCHT DAS GLÜCK, neue Hauptabendserie mit (6 Folgen), ab (24.01.17), immer dienstags um 20.15 Uhr im Ersten. Carla Temme (Meike Droste, l.) ist Risikoanalystin bei der Versicherung "Die Rheinische". Ihr Können ist richtig gefordert, seit ihr Chef Hans-Peter Mühlens (Martin Brambach, r.) die "No-Limit-Versicherung" eingeführt hat, die alles - wirklich alles - versichert. © ARD/Jens van Zoest - honorarfrei, Verwendung gemäss der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter ARD - Sendung im Ersten bei Nennung: "Bild: ARD/Jens van Zoest" (S2). ARD Programmdirektion/Bildredaktion, Tel. 089/5900 23879, Fax089/5501259, mail bildredaktion@daserste.de

TV-Kritik

"Frau Temme sucht das Glück": Noch reichlich bemüht

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Eine

Eine Versicherung dagegen, dass jemand von einem gefrorenen Hähnchen erschlagen wird? Weil es für "Die Rheinische Versicherung" nicht gut läuft, will die Versicherung eine neue Kategorie einführen: die "No Limits-Versicherungen" für die absurdesten Fälle. Und Färber (Jörg Witte), ein Hähnchenfabrikant, ist der erste Kunde. Er glaubt, ein "Pech-Gen" in sich zu tragen, weil in seiner Familie viele Leute durch Folgen ihrer beruflichen Arbeit gestorben sind.

   

Die neue ARD-Serie will sich über Sicherheitsbedürfnis und deutschen Versicherungswahn lustig machen. An Personal treten auf: Als Hauptfigur die Risikoanalystin Carla Temme (Meike Droste), dazu Hans Peter Mühlens (Martin Brambach), der kumpelhafte und spielsüchtige Chef, und als Kollegen Horst Ballsen (Ronald Kukulies) und Frank Weber (Sebastian Schwarz) als aalglatter und berechnender Abkocher. Martin Brambach ist schon mal gut, er kann besonders in verzweifelten und flehenden Situationen eine bemerkenswerte Komik entfalten.

 

 

Wozu er aber dieses alberne Toupet verpasst bekommen hat, bleibt offen. Indessen scheint das Problem grundlegender: Eine Satire über deutschen Versicherungswahn? Wie soll das funktionieren? Als Vorlage für einen Sketch mag das sicher ok sein, aber als Idee für eine sechsteilige Komödienserie erscheint das fast ebenso absurd wie Färbers Versicherungswunsch. Denkt sich der kritische Zuschauer zumindest am Anfang. Aber die Serie „Mord mit Aussicht“,  in der  Meike Droste als Polizistin Bärbel zu sehen war, erschien auf dem Papier ja auch erstmal gewöhnungsbedürftig.

   

Der ARD-Dauerbrenner erscheint aber mittlerweile auserzählt, so dass die ARD wohl ein Konzept für einen Nachfolger ausprobieren will. Die Geschichte versucht es darum mit den schon aus Hengasch bewährten Zutaten: originelle und skurrile Charaktere, einigen Wortwitz und ein wenig Klamauk. Für den sorgt im Auftakt etwa ein Schwede, der ohne Versicherungsschutz in seinem alten Renault wie ein Verrückter durch die Stadt rast. Nun ja.

 

 

Insgesamt wirkt das phasenweise noch ziemlich bemüht. Man wundert sich etwa darüber, warum Carla sich so aufrichtig dagegen sträubt, Färber zu versichern, obwohl auch ihr Job vom neuen Versicherungskonzept abhängt. Oder fragt sich, woher sie, wenn sie kündigen will, so schnell einen neuen Job kriegen will. Die Konflikte können deswegen noch nicht so recht überzeugen. Und Carlas Kommentar aus dem Off hätte es auch nicht gebraucht.

 

Der Zuschauer merkt schon sehr deutlich, dass die Macher noch die richtige Tonart für die Serie suchen.  Es könnte aber trotzdem einiges Potential in der Idee stecken. Einige Gags können schon zünden. Man hätte der Sache aber noch wesentlich mehr Sticheleien, Slapstick und satirischen Pfeffer gewünscht, so von dieser „Die nackte Kanone“-Qualität. Aber die Zeiten von „Nonstop Nonsens“ scheinen leider längst vorbei zu sein.  

Die ganze Folge gibt es

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