+
Noch stehen die Hochhäuser, aber nicht mehr lange. Wenn die furchterregenden außerirdischen Kaiju anrücken, bleibt hier kein Stockwerk auf dem anderen.

"Pacific Rim Uprising"

Ganze Städte fliegen in die Luft

  • schließen

Steven S. DeKnight hat die Regie von Guillermo del Toro übernommen. Den Piloten der Zerstörungsroboter spielt „Star-Wars“-Darsteller John Boyega.

Bevor der Filmemacher Guillermo del Toro in „The Shape of Water“ seiner Vorliebe für das nasse Element frönte und dafür mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, ließ er im Blockbuster-Format riesige Monster aus den Tiefen des Pazifischen Ozeans auftauchen. „Pacific Rim“ hieß das 3D-Spektakel, und die Amphibienwesen darin waren nicht zum Verlieben schön, sondern von enorm zerstörerischer Präsenz. Dort, wo Roland Emmerich seinerzeit mit „Godzilla“ angefangen hatte, ließ del Toro die küstennahen Städte von seinen Ungeheuern nach allen Regeln der Kunst in Schutt und Asche legen. Die Menschheit setzte sich mit riesigen Kampfrobotern zur Wehr, in deren Inneren tapfere Piloten die Weltenrettung in Angriff nahmen. Damit bot „Pacific Rim“ für die Videospiel-Generation, die zu Hause an der Konsole davon träumt, Großes zu vollbringen, Identifikationsmöglichkeiten.

In der Fortsetzung „Pacific Rim Uprising“ ist del Toro aber nur noch als Produzent tätig, während der Amerikaner Steven S. DeKnight die Regie übernommen hat und das jüngere Zielpublikum noch näher ins Visier nimmt. „Ich bin nicht mein Vater“, sagt Jake Pentecost (John Boyega, „Star Wars: Die Macht erwacht“) gleich zu Beginn. Daddy (Idris Elba) hat als Märtyrer in der Schlacht gegen die Kaiju sein Leben gelassen, und der Sohn weigert sich, in dessen Fußstapfen zu treten. Zehn Jahre nach dem Ende des Krieges schlägt sich Jake als Dieb von Roboterteilen durch. Als er zusammen mit der 15-jährigen Hackerin Amara (Cailey Spaeny) von der Polizei erwischt wird, werden die beiden vor die Wahl gestellt: Knast oder Militärakademie, wo sie zu Piloten der riesigen Jaeger-Roboter ausgebildet werden sollen.

Natürlich landen die beiden im Ausbildungscamp, und bald muss die Gruppe junger Kadetten unerwartet früh in den Einsatz. Die von Menschen geführten Roboter sollen durch Drohnen ersetzt werden, aber das automatisierte Abwehrsystem wird von finsterer Hand gehackt, und wenig später stehen auch wieder die Kaiju-Monster vor den Toren zerstörungsbereiter Großstädte.

Mit seinem jungen Heldenarsenal holt DeKnight das Zielpublikum direkt vor der Haustür ab, und auch die chinesische Fans, die für den ersten Teil rund ein Viertel der Einspielergebnisse beisteuerten, werden mit mehreren asiatischen Protagonisten sowie (untertitelten) Dialogen in Mandarin direkt angesprochen. „Pacific Rim Uprising“ ist ein Weltmarktprodukt, das seinem Publikum gibt, was es sich von einem Sequel verspricht: Helden, Monster und vor allem Zerstörungsorgien. Das setzt in seiner epischen Breite durchaus einige Ermüdungserscheinungen frei, zumal der Fortsetzung die visuelle Tiefe fehlt, die den ersten Film auszeichneten. Annehmbar

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare