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"Große Fische, kleine Fische": Abgesoffen

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Von: Ulrich Feld

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Das ist eine dieser Szenen zwischen Paul (Uwe Ochsenknecht, r.) und Fiete (Dietmar Bär, l.), die vermutlich an Laurel und Hardy erinnern sollen. Bild: ZDF und Conny Klein.
Das ist eine dieser Szenen zwischen Paul (Uwe Ochsenknecht, r.) und Fiete (Dietmar Bär, l.), die vermutlich an Laurel und Hardy erinnern sollen. Bild: ZDF und Conny Klein. © ZDF / Conny Klein

Nein

Nein, eine Komödie ist der Film nicht wirklich. Es geht um Paul (Uwe Ochsenknecht) und Fiete (Dietmar Bär). Sie teilen sich ein Doppelhaus unter Reetdach und einen alten Fischkutter, mit dem sie fast täglich zum Fischen hinausfahren. Und sie teilten sich auch - ohne dass Paul das auch nur im Entferntesten ahnte - vor Jahren einst Pauls Frau Lily.

Aber das erfährt Paul erst, als ihn der Bürgermeister des Ortes zu einem Tauglichkeitstest zwingt. Dabei stellt sich nämlich raus, dass Paul schon immer zeugungsunfähig war. Als Paul nach Lilys Tod den Bürgermeister verdächtigt, der echte Vater seines Sohnes Piet (Axel Stein) zu sein, sagt ihm Fiete die Wahrheit: Er, sein Nachbar und langjähriger Kumpel, ist Piets Vater.

Was Paul zu einigen Racheakten treibt, die entfernt - aber wirklich nur sehr entfernt - an die Scharmützel erinnert, die sich einst die legendären Filmkomiker Laurel und Hardy entweder gegeneinander oder mit ihrem meist von James Finlayson verkörperten Nachbarn geliefert haben. Dann aber gerät Piet, der sich wieder in seine Jugendliebe verliebt hat, in Gefahr und die von Paul und Fiete durchgeführte Rettungsaktion bringt die beiden wieder zusammen.

Überschaubares Handlungspotential

Alles ist in diesem Film ziemlich überschaubar geraten, das Dorfleben, die Konflikte und leider auch das komische Potential. Mal gibt es eine Prügelei, dann wieder lässt Paul Fietes Kaninchen raus. Und nebenher erzählt der Streifen auch noch verschiedene Geschichten am Rande, so etwa, wenn der Bürgermeister der Gemeinde einige Zusatzeinnahmen verschaffen will durch Parkuhren an der Bootsanlegestelle.

Zusammenwachsen wollen die einzelnen Handlungsstränge indessen nicht. Was wohl daran liegt, dass der Film unbedingt eine Komödie sein will. Mit seinen melancholischen Bildern hätte er schon was werden und zum Beispiel vom Alter und Ende alter Zeiten erzählen können - wie sich Fischer etwa durch die Beförderung von zahlenden Urlaubspassagieren auf neue Geschäftszweige hoffen.

Viele Szenen mit Bier und Schnaps

Stattdessen geht er kaum auf seine Charaktere ein, die er allesamt schrullig überzeichnet, und ergeht sich immer wieder in überflüssigen Trinkszenen: Ständig haben Leute Bier oder Schnaps in der Hand oder Touristen taumeln besoffen herum. Eine bezeichnende Szene: "Große Fische, kleine Fische" torkelt ebenso, nämlich reichlich unentschlossen zwischen Liebesgeschichte, Drama und Komödie.

Und aus seiner Besetzung macht er auch nicht viel. Axel Stein passt als Sohn von Dietmar Bär zwar ausgezeichnet - die beiden haben tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit. Aber wenn Dietmar Bär und Uwe Ochsenknecht schweigsam nebeneinander hocken, wirkt das nicht nur sehr eingeschränkt lustig, sondern möglicherweise sogar verräterisch: Beide wirken dann nämlich, als seien sie insgeheim mit dem Film auch nicht zufrieden.

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