SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.
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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wettert bei „Anne Will“ gegen Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht.

Corona-Pandemie

Impfzoff bei Anne Will (ARD): Lauterbach platzt bei Wagenknecht-Aussage der Kragen

  • Nico Scheck
    VonNico Scheck
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Impfen oder nicht impfen? Beim ARD-Polittalk „Anne Will“ geraten Linken-Politikern Sahra Wagenknecht und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach aneinander.

Berlin - Beste Freunde werden Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, und Sahra Wagenknecht, Linken-Politikerin, wohl nicht mehr. Das beste Beispiel lieferten beide zur Prime-Time im ARD-Polittalk „Anne Will“ sonntagabends. Auf der einen Seite Lauterbach, Impf-Verfechter, und auf der anderen Seite Wagenknecht, ungeimpft gegen Corona, Gegnerin der Vakzination.

So kam es, wie es kommen musste: Lauterbach hielt Wagenknecht unter den Augen von Anne Will eine Impfstoff-Vorlesung, die Linken-Politikerin konterte. So sprach sie von ihren Sorgen vor den Nebenwirkungen und Langzeitfolgen der Impfung. Ähnliche Töne hatte zuletzt Bayern-Star Joshua Kimmich angestimmt. Wagenknecht mache es stutzig, betonte sie, dass die Impfstoff-Hersteller nicht für Langzeitfolgen haften.

Impfzoff bei Anne Will (ARD): Karl Lauterbach redet gegen Sahra Wagenknecht an

Und Lauterbach? Der Gesundheitsexperte widersprach vehement. Schließlich seien die Corona-Impfstoffe von internationalen Top-Wissenschaftlern geprüft worden. Er betonte: „Wir verschweigen hier nichts. Es ist noch nie so gewesen, dass eine Nebenwirkung sehr spät aufgetreten ist.“ Es sei zudem falsch, davon auszugehen, dass man nichts über die Impfstoffe wisse, nur, weil sie neu sind. Und: „Die Vektorimpfstoffe werden schon ewig eingesetzt.“

Wagenknecht hingegen, wie gesagt ungeimpft, warte eher auf einen Totimpfstoff. Eine Aussage, die bei Lauterbach nur für Stirnrunzeln sorgte. Das Risiko von Nebenwirkungen sei bei solch einem Impfstoff viel mehr gegeben.

„Sie erzählen Unsinn!“ - Karl Lauterbach platzt bei Anne Will der Kragen

Wagenknecht beklagte zudem eine „moralisch aufgeladene“ Debatte. Wer sich impfen lasse, „schützt vor allen Dingen sich selbst“, betonte die 52-Jährige. Sie störe es, dass Impfen mittlerweile als Akt der Solidarität gelte. Lauterbach entgegnete: „Sie schützen nicht nur sich, Sie schützen auch andere.“

Wagenknecht sprach in der Folge bei Anne Will von einer „schrägen Debatte“, ein „eklatanter Pflegenotstand“ führe zu überfüllten Intensivstationen. Man solle besser aufhören, das Gesundheitssystem „kaputtzusparen“.

Zudem habe ein gesunder Mittdreißiger ein doch eher überschaubares Risiko, an Covid-19 zu erkranken, erklärte Wagenknecht. Es sei außerdem umstritten, ob es Long Covid überhaupt gibt. Es ist der Punkt, an dem Lauterbach entgültig der Kragen platzt. „Sie erzählen Unsinn! Das ist eine Krankheit die auch bei Mittdreißigern gefährlich ist“, wetterte der SPD-Politiker. Es sei unklar, „ob sich diese Menschen überhaupt jemals erholen“. Die Langzeitfolgen von Corona seien noch gar nicht abzusehen. Unterdessen steigen die Corona-Fallzahlen in Hessen unaufhörlich. (Nico Scheck)

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