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Männer sind was Sonderbares

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Von: Thomas Ungeheuer

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In Anika Deckers romantischer Komödie „Traumfrauen“ suchen vier von den Männern enttäuschte Frauen ihr Glück in der Liebe. Wo sie es in Berlin wohl finden?

So ein Ärger aber auch! Eben war die Freude der verliebten Leni (Hannah Herzsprung) noch absolut unbändig. Schließlich wollte die erfolglose Cafébetreiberin mit ihrem tollen Herzallerliebsten Philipp (Dejan Bucin) zusammenziehen. Sogar ihre eigene Wohnung ist schon gekündigt. Da entdeckt die Ärmste, dass der Schuft sie seit langem betrügt. Zum Glück findet die sensible Leni bei ihrer verhuschten Schwester Hannah (Karoline Herfurth) und deren coolen Freundin Vivienne (Palina Rojinski) Unterkunft. Vivienne rät Hannah, schnellstmöglich viele Männer hintereinander zu vernaschen. Tiefer Schmerz und Liebeskummer kämen auf diese Weise erst gar nicht richtig auf. Also machen sich die drei Frauen hübsch und gehen in einem Berliner Club tanzen.

Zunächst findet dort Leni den einstigen Kinderstar Joseph (Elyas M’Barek) nett, verguckt sich dann aber doch in den umschwärmten Musiker Guy (Doron Amit). Vivienne hingegen interessiert sich für den netten Nudeldesigner und Hundeliebhaber Peter Müller (Frederick Lau). Und Hannah macht sich derweil an Constantin (Max von Thun) ran, ihren sportlichen Kollegen aus der Anwaltskanzlei. Tagsüber kümmern sich die Grazien dann ums Seelenwohl der Mutter von Leni und Hannah. Margaux (Iris Berben) ist nämlich von ihrem Ehemann Carl (Friedrich von Thun) wegen einer jungen Blondine (Nina Proll) verlassen worden...

Einmal sagt Iris Berben in ihrer Rolle, dass Goldfische sich nur an das erinnern könnten, was sie zwei bis drei Minuten vorher gesehen haben. In diesem Sinne wünscht man sich auch als Kinobesucher nach der Sichtung von „Traumfrauen“ das Gedächtnis eines Goldfisches herbei. Leider aber geht dieser Wunsch nicht in Erfüllung. So bleibt nichts weiter übrig, als sich über eine gut anderthalbstündige Komödie zu ärgern, in der begabte Schauspielerinnen fast in keinem Moment ihr komisches Talent auf niveauvolle Art zeigen können. Sicherlich: Alberne und derbe Gags reihen sich eine Menge aneinander. Bis sich aus all dem so etwas wie eine erzählte Geschichte entwickelt, dauert es allerdings zermürbend lange. Vielschichtige Frauenfiguren gibt es währenddessen ebensowenige zu entdecken wie reizvolle Männercharaktere. Sämtliche Rollenklischees scheinen von der Drehbuchautorin und Regisseurin Anika Decke einem arg verstaubten Setzkasten entnommen worden zu sein. Während die Frauen immer wieder von mangelnden Selbstwertgefühlen geplagt werden, sind die Männer entweder so richtig fies oder total lieb. Schwach

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