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Manche Männer sollten Schleier tragen

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Von: Marc Rybicki

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„Jacky im Königreich der Frauen“ ist eine Parodie des syrisch-französischen „Charlie-Hebdo“-Zeichners und Regisseurs Riad Sattouf auf Diktaturen.

In der fiktiven Volksrepublik Bubunne haben Frauen eine Militärdiktatur errichtet. Die Männer dienen ihnen als Lustsklaven, tragen Schleier und versorgen den Haushalt. Der junge Jacky (Vincent Lacoste) träumt davon, ein „großer Dödel“ zu werden. So lautet die Bezeichnung für den Ehemann von „La Colonelle“ (Charlotte Gainsbourg), Tochter der greisen Diktatorin (Anémone). Doch wie weiland Aschenputtel muss Jacky für seine böse Tante Frondienste leisten, ohne Chance, den Ball im „Palast des großen Schleimers“ zu besuchen, bei dem „La Colonelle“ ihren Zukünftigen wählen soll. Gegen alle Widerstände versucht Jacky, seine Traumfrau zu erobern. Unterstützung erfährt er von seinem Onkel (Michel Hazanavicius), der als „Männist“ im Untergrund für die Rechte der Herren kämpft und sich weigert, das heilige Pony anzubeten.

Angesichts dieser geballten Ladung platter Gags von satirischer Überzeichnung zu sprechen, wäre eindeutig untertrieben. Mit breitem Pinsel werden hier Klischees auf die Leinwand gemalt, die sich beinahe durchweg auf komödiantischem Kindergartenniveau bewegen. Eine solch banale Form der Komödie hilft nicht, gesellschaftliche Gegebenheiten zu hinterfragen oder gar Ressentiments abzubauen – sie werden vielmehr geschürt, um billige Pointen zu erzielen. Auch wenn in manchen Szenen die Nähe zu Monthy Pythons „Das Leben des Brian“ erkennbar ist, bleibt „Jacky im Königreich der Frauen“ weit hinter dem Vorbild zurück. Durch den Umstand, dass Regisseur Riad Sattouf Mitglied der „Charlie-Hebdo“-Redaktion ist und dem Terroranschlag nur zufällig entkam, erfährt die Posse womöglich eine politische Aufwertung, die sie aber keinesfalls verdient. Schwach

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