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Die Natur zahlt den Preis für den Wohlstand

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In der Dokumentation „La Buena Vida – Das gute Leben“ zeigt Jens Schanze, wie die Bewohner eines kolumbianischen Dorfes einer Kohlemine weichen müssen.

Es ist ein Paradies im Norden von Kolumbien, wo Ureinwohner ein Leben in völliger Harmonie mit der Natur führen. Hier lebt das Volk der Wayúu auf der Halbinsel La Guajira in seinem Dorf Tamaquito. Im nahen Fluss gibt es genügend Fische zu fangen, und der Anbau von allerlei Früchten sorgt für ein sorgenfreies Leben. Aber genau dieses geht dem Ende zu. Im Gebiet, in dem diese Menschen wohnen, befindet sich nämlich das größte Steinkohlevorkommen der Welt. Alles, was dem Kohleabbau in der Grube des Cerrejón-Konzerns im Weg ist, soll verschwinden. Also müssen auch die Bewohner des Dorfes Tamaquito umgesiedelt werden…

Jens Schanze braucht in seinem aufwühlenden Dokumentarfilm weder Interviews zu führen, noch das erschreckende Geschehen aus dem Off zu kommentieren. Sein tiefes Interesse an den Menschen, die ihren über viele Generationen gepflegten Lebensraum geraubt bekommen, trägt so große Früchte, dass man auch so das ausgeklügelte System durchschaut, das hier mit zynischem Lächeln zuschlägt. Und wie nebenbei wird klar, dass die traurige Geschichte, die Schanze in sehr eindrücklichen Bildern erzählt, sich ganz ähnlich an unzähligen Orten der Welt abspielen kann, wo Menschen einen hohen Preis dafür zahlen, dass andere ihren Wohlstand genießen können. Auch deutsche Kohlekraftwerke beziehen ihre Kohle zu großen Teilen aus Südamerika. tu Herausragend

Wiesbaden: Murnau-Filmtheater

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