Drohendes Aus

Rassismus- und Korruptionsvorwürfe: Netflix und Amazon boykottieren die Golden Globes

  • Maria Dirschauer
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Die Golden Globes 2022 stehen vor dem Aus: Netflix und Amazon boykottieren, NBC will die Verleihung nicht mehr übertragen. Grund sind sich häufende Diskriminierungsvorwürfe.

Die Golden Globes* gelten als die bedeutendsten internationalen Filmpreise, die jährlich die besten Auftritte, Filme und Serien auszeichnen. Doch gegen die Organisatoren mehren sich die Vorwürfe. Der Heimatsender der Verleihung, NBC, zieht nun Konsequenzen und will die Verleihung der renommierten Filmpreise im nächsten Jahr nicht mehr übertragen. Somit ist auch die Finanzierung des Filmpreis-Spektakels ungewiss, da die Verleihung maßgeblich durch die Vergabe von TV-Übertragungsrechten finanziert wird.

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Rassismus- und Korruptionsvorwürfe gegen Organisatoren der Golden Globes

Die Zeitung Los Angeles Times hatte in einer Recherche unterschiedliche Vorwürfe an die Organisatoren der Golden Globes, die Hollywood Foreign Press (kurz: HFPA), zusammengetragen. Diese besteht aus 90 ausländischen Filmjournalisten aus rund 55 Ländern weltweit. Die Journalistin Stacy Perman von der Los Angeles Times sagte im ARD-Interview:  „Was wir herausgefunden haben, ist, dass diese Gruppe keine schwarzen Mitglieder hat und oft heißt es, dass sie Filme und Serien mit Schwarzen in den Hauptrollen missachten. Das ist schon interessant“. Die mangelnde Vielfalt unter den stimmberechtigten Mitgliedern der HFPA führte dazu, dass Streamingdienste wie Netflix, Amazon und andere die Golden Globes boykottieren. Darüber hinaus gab es Bestechlichkeitsvorwürfe gegenüber einigen der 90 Mitglieder der Organisation.

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Netflix, Amazon und mehrere Schauspieler boykottieren Golden Globes

Jetzt sieht es so aus, als würde Hollywood sich gegen die Golden Globes stellen, um Veränderungen herbeizuführen. Die Liste an Studios, Schauspielern und Filmemachern, die die Preisverleihung boykottieren, wächst. So will beispielsweise auch Hollywood-Schauspieler Tom Cruise offenbar aus Protest seine drei Golden Globes zurückgeben. Gefordert werden von den Boykottierenden grundlegende Reformen, u. a. die Diversifizierung der HFPA-Mitglieder durch Einbeziehung von mehr schwarzen Journalisten und Frauen. Die HFPA sagt, dass sie derzeit daran arbeiten, die Situation zu korrigieren.

Wenn Hollywood die HFPA vollständig ablehnt, könnte dies das Ende der Golden Globes bedeuten. Eine Show ohne A-Promis und ohne darüber berichtende Journalisten wird schwer durchzuführen sein. Ob sich die Organisatoren von dem erlittenen Image-Schaden erholen und den Respekt der Branche wiedererlangen können, bleibt abzuwarten. NBC sagte laut Tagesschau.de, man wolle der Organisation Zeit einräumen, die notwendigen Reformen durchzuführen und hoffe, 2023 die Show wieder auszustrahlen. (mad) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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