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?Nie mehr wie immer?: Ein Geheimnis

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Man

Man kennt den Stoff von David Lynch, von Michael Haneke, von Lars von Trier: Da wird jemand im eigenen Haus beobachtet, doch von wem nur? Eine Bedrohung, die nicht greifbar ist, aber allgegenwärtig. Im exzellenten ARD-Film „Nie mehr wie immer“ werden die Eheleute Huber in ihrer stattlichen Frankfurter Villa beschattet. Drohbriefe tauchen auf, ein Schuss kracht durch die Terrassentür, vergessene Spielzeugpuppen finden sich plötzlich wieder. 

Für die Eheleute beginnt ein Nervenkrieg, und der Zuschauer ahnt schon bald: Der Wurm steckt in der Beziehung des Ehepaares. Ist Ehemann Walter ein Zocker, der sich an der Börse verspekuliert hat und die Spuren verwischen will? Ist Ehefrau Melanie manisch und sind die ständigen Migräne-Anfälle eine brauchbare Erklärung für aufkommenden Wahnsinn?

Verstörung durch Mimik

Die Story ist bald auserzählt, die Auflösung für einen solch aufreibenden und unheimlichen Film zu banal. Wie übrigens auch der schunkelnde Abschlusssong, der mit den evokativen Jazz-Nummern während des Films nichts gemein hat. Doch geschenkt. Schließlich ist das Spiel von Edgar Selge preisverdächtig: Selge gibt den gebrochenen und isolierten Familienvater. Er spricht selten, drückt dafür seine Gehemmtheit und

Verstörung durch Mimik

und Gestik aus. Das ist faszinierend.

Auch Franziska Walser als kränkelnde Ehefrau Melanie gibt eine grandiose Figur ab. Sie bedient sämtliche Facetten zwischen Naivität, Matronenhaftigkeit und Wahnsinn. Jene Szene, in der sie nachts um eine Umarmung ihres Ehemannes bettelt, ist schlichtweg großartig gespielt und inszeniert.

Wunderbar, dass sich die ARD einen solchen Fernsehfilm zugetraut und realisiert hat.

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