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"Prinz Philip": Der spannende Prinzgemahl

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Von: Ulrich Feld

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© ZDF und Boris Roessler

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Neben Königin Elisabeth II ist ihr Mann Prinz Philip der wohl berühmteste Vertreter der britischen Monarchie. Mit seinen bald 96 Jahren dürfte er zudem den ältesten aktiven Vertreter einer Monarchie weltweit darstellen. Am Montag dieser Woche feierte die Queen ihr fünfundsechzigstes Dienstjubiläum.  Anlass für das ZDF, ihrem Mann ein ausführliches und spannendes Portrait zu widmen. Das Leben Prinz Philips kann man durchaus abenteuerlich nennen.

Als er am 10. Juni 1921 als Sohn von Prinz Andreas von Griechenland und Dänemark sowie Prinzessin Alice von Battenberg auf Korfu geboren wurde, war die Ehe seiner Eltern bereits gescheitert. Der griechisch-türkische Krieg von 1919 bis 1922, der sich an den Ersten Weltkrieg anschloss, zwang die Familie ins Exil. Die Dokumentation konzentriert sich dabei auf die Situation Philips und lässt die politischen und zeitgeschichtlichen Hintergründe weitgehend außen vor.

Mutter an Schizophrenie erkrankt

Auch die familiäre Situation in seiner Kindheit findet keinen großen Widerhall. Zwar geht der Film detaillierter auf die schwere psychische Erkrankung seiner Mutter ein, nachdem ihr Mann sich eine Geliebte zugelegt hatte, aber der Name der Krankheit – es handelte sich höchstwahrscheinlich um Schizophrenie – findet keine Erwähnung.  Hier muss natürlich die nicht allzu lange Laufzeit der Dokumentation von nur fünfundvierzig Minuten beachtet werden.

Philip besuchte ein Internat und zeigte sich als guter Schüler und begeisterter Sportler. Es folgte eine schnelle und steile militärische Karriere. Durch seine Heirat mit Elisabeth am zehnten November 1947 sah er sich gezwungen, seine vielversprechende militärische Karriere auf Eis zu legen. Aus dem Fregattenkapitän – ein Dienstgrad der Marine, der dem Oberstleutnant entspricht – wurde der Prinzgemahl. Ein Wechsel, der Prinz Philip nicht immer leicht fiel, und hier zeigt die Doku sich auch besonders ergiebig.

Ein Mann mit Wirkung

Immer wieder gab es in der Ehe auch Gerüchte über Seitensprünge von Prinz Philip, wenn auch keine eindeutigen Beweise. Dem blendend aussehenden Philip, der schon vom Typ her als schneidiger Offizier in jedem Militärfilm eine gute Figur abgegeben hätte, trauten offenbar nicht wenige Beobachter auch ein Verhältnis zu. In den fünfziger Jahren schickte ihn England schließlich auf eine Weltreise, wo er die britische Monarchie sogar in den Eiswüsten der Antarktis würdig vertrat. Aber der Abschied der Queen in der Maschine fiel kurz aus.

Daneben zeigte Philip oft eine launige Mischung aus Haltung, Strenge - besonders in Erziehungsfragen - und Humor. Es heißt, Prinz Charles habe die Ehe mit Diana nur auf seinen Druck hin geschlossen. Politisch hat Philip eine gute Hand bewiesen: Beim ersten offiziellen Besuch der Queen in der Bundesrepublik und der Aussöhnung zwischen Deutschland und England nach zwei Weltkriegen spielte Philips Einfluss eine erhebliche Rolle.

Mit sozialem Gewissen

Seine deutschen Wurzeln gaben ihm anfangs den Spitznamen „Hun“ (Hunne, in Anlehnung an die Hunnenrede Kaiser Wilhelms II an deutsche Truppen, die in den Boxeraufstand zogen). Besondere Popularität gewann Philip außer durch seinen oft sarkastischen Humor durch seinen Einsatz für soziale Zwecke, was die Dokumentation auch ausgiebig würdigt. Dabei folgt er jedoch einer langen Tradition: Dass viele Mitglieder der königlichen Familie wie Edward VII sich auf die Seite der Arbeiter schlugen, verhinderte selbst in den Klassenkämpfen des neunzehnten Jahrhunderts einen echten offenen Aufstand.

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