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Line Renaud (links), Valerie Bonneton und Guy Lecluyse.

"Die Sch'tis in Paris"

Provinzler rücken an

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Unter der Regie des Franzosen geht es nach „Willkommen bei den Sch’tis“ nun weiter, mit einem Familienausflug der trotteligen Art in die Hauptstadt.

Zehn Jahre nach „Willkommen bei den Sch’tis“ greift Danny Boon nun mit „Die Scht’is in Paris“ auf seine alte Marke zurück. Aber das Folgewerk ist keine klassische Fortsetzung. Zwar sind einige Schauspieler aus dem ersten Teil erneut dabei, aber Figuren und Story haben nichts mit dem Vorläuferfilm zu tun. Boon spielt selbst den angesagten Pariser Innenarchitekten Valentin, der die bekloppten Hauptstädter mit dreibeinigen Stühlen und tonnenschweren Steintischen beglückt. Mit seiner Frau Constance (Laurence Arné) bildet er ein Powerpaar, das die Titelseiten von Illustrierten ziert. In Interviews erzählt Valentin, dass sich seine Kreativität aus der eigenen Waisenkindheit speist, dabei ist seine Familie quicklebendig und führt im nordfranzösischen Hinterland ein recht proletarisches Dasein.

Der Schwindel droht aufzufliegen, als sich die Verwandtschaft zur Werkschau des gefeierten Designers einlädt. Die kulturellen Kontraste sind vorgezeichnet: Hier die versnobte Kunstszene, die in Designer-Klamotten Häppchen verzehrt, dort die Tölpel vom Land, die das Herz am rechten Fleck haben. Doch bevor die Konflikte richtig ausgetragen werden können, wird Valentin von einen Auto angefahren und leidet danach unter Gedächtnisverlust: Er hat seine Pariser Etikette vergessen und ist auf den geistigen Zustand eines 17-jährigen Provinzlers zurückgefallen. Natürlich spricht er wieder den Sch’ti-Dialekt. Es kommt zu Verwicklungen von erschreckender Überschaubarkeit. Jede Pointe trabt sichtbar heran, jede Wendung wird ausgeschildert und zu einem versöhnlichen Finale geführt. Schwach

In diesen Kinos

Frankfurt: Eldorado, Metropolis. Sulzbach: Kinopolis. Limburg: Cineplex. Hanau: Kinopolis. Mainz: Cinestar

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