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ARD Degeto DIE PUPPENSPIELER - AUS DEM FEUER (1), am Mittwoch (27.12.17) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Der Inquisitor Institoris (Philipp Moog) ist ein religiöser Eiferer, der blind vor Hass auf brutale Weise seine Ziele verfolgt. Er ergötzt sich am Schmerz der Frauen, die er mit den fürchterlichsten Mitteln der Folter zu absurden Geständnissen zwingt. Völlig besessen von seiner Vorstellung, dass Frauen das Werk des Teufels sind, ist er zu allem bereit, um die angeblichen Hexen zu vernichten. © ARD Degeto/Ziegler Film/Václav Sadílek, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter Degeto-Sendung und bei Nennung "Bild: ARD Degeto/Ziegler Film/Václav Sadílek" (S2+). ARD Degeto/Programmplanung und Presse, Tel: 069/1509-335, degeto-presse@degeto.de

TV-Kritik

"Die Puppenspieler ? Aus dem Feuer": Die müde alte Zeit

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Historische Figuren und ihre Besetzungen im Film sind eine Sache für sich. So verkörperte einst Modellathlet Götz George den ausgesprochen kugelförmigen Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. aus dem Haus Hohenzollern. "Die Puppenspieler" glänzt in dieser Beziehung gleich doppelt. Der Film beginnt mit einem Auftritt von Jakob Fugger im Jahr 1484. Damals war Jakob Fugger, geboren im Jahr 1459, erst 25 Jahre alt. Gespielt wird er hier von Herbert Knaup, 61 Jahre alt.  

Historische Figuren und ihre Besetzungen im Film sind eine Sache für sich. So verkörperte einst Modellathlet Götz George den ausgesprochen kugelförmigen Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. aus dem Haus Hohenzollern. "Die Puppenspieler" glänzt in dieser Beziehung gleich doppelt. Der Film beginnt mit einem Auftritt von Jakob Fugger im Jahr 1484. Damals war Jakob Fugger, geboren im Jahr 1459, erst 25 Jahre alt. Gespielt wird er hier von Herbert Knaup, 61 Jahre alt.  

Und später kommt es zu einem Auftritt von Rodrigo de Borja, der später als Papst Alexander VI in die Geschichte einging. Den gibt hier Ulrich Matthes, spätestens seit dem heillos überschätzten "Tatort"-Krimi "Im Schmerz geboren" auch dem TV-Publikum als Finsterling geläufig. Mit dem historischen Rodrigo de Borja hat er allerdings keinerlei Ähnlichkeit, der sah eher so aus wie Thomas Thieme. Aber Schwamm drüber, Jeremy Irons war in der TV-Serie "Die Borgias" auch keine Idealbesetzung.

Es beginnt damit, dass Jakob Fugger Geld in ungarische Kupferbergwerke investieren und deswegen militärische Anstrengungen forcieren will, um seine Bergwerke vor den Türken zu schützen. Mittlerweile wächst daheim sein (fiktiver) Sohn Richard heran. Der fanatische Heinrich Institoris (Philipp Moog), historischer Inquisitor und Autor des Hexenhammers, schickt Richards Mutter, eine konvertierte Muslimin, als Hexe auf den Scheiterhaufen.

Weil Richard dabei den Inquisitor schwer verletzt, rettet ihn sein Vater und bildet ihn als seinen vermeintlichen Neffen zum Kaufmann aus. Im Jahr 1492 will Jakob Fugger Rodrigo de Borgia zum Papstamt verhelfen. Richard (jetzt gespielt von Samuel Schneider), begibt sich auf eine gefahrvolle Mission, wobei auch eine Begegnung mit der schönen Zigeunerin Saviya (Helen Woigk) eine Rolle spielt. Eine Zigeunerin im späten 15. Jahrhundert, bedroht von einem fanatischen Hexenjäger? Das Vorbild der Esmeralda aus "Der Glöckner von Notre Dame" ist nicht zu übersehen.

Nun ja, mit der Historie nimmt sich der Zweiteiler, der nach dem gleichnamigen Roman von Tanja Kinkel entstand, erhebliche Freiheiten. „Die Puppenspieler“ widmet sich weniger der Geschichte als vielmehr bewährten Zutaten aus zahlreichen Historienfilmen wie einem Helden, dessen Mutter als Hexe verbrannt wurde. Gemessen daran machen aber Knaup, als schillernder Strippenzieher immer eine gute Wahl, Moog und Matthes ihre Sache nicht übel. Der Aufwand an Kostümen und Kulissen kann sich ebenfalls sehen lassen.

Mehr Pfeffer hätte aber zumindest dem ersten Teil gut getan: Mitunter stolpert der Film etwas müde vor sich hin und es hätte mehr Spannungseffekte wie in Minute 49 gebraucht, um die Geschichte wieder in den Griff zu bekommen. Die Schauwerte helfen über die Hänger halbwegs hinweg. Regie und Kamera finden viele gute Bilder, aber die Zeitlupeneffekte hätte man sich sparen können. Trotzdem, für die Liebhaber üppiger Historienfilme bietet "Die Puppenspieler" noch ganz unterhaltsame  Kost.   

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