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Ein Regisseur gerät in die Sinnkrise

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Von: Thomas Ungeheuer

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Inspiriert von dem Mordfall Amanda Knox, hat Michael Winterbottom „Die Augen des Engels“ gedreht. Mit Daniel Brühl und Kate Beckinsale.

Brutal getötet. Am 1. November 2007 starb die 21-jährige Britin Meredith Kercher im italienischen Perugia. Als ihr Mörder wurde 2008 Ivorer Rudy Guede verurteilt. Als Mittäter verdächtig galten die amerikanische Studentin Amanda Knox und ihr damaliger Freund Raffaele Sollecito. Nach diversen Gerichtsverfahren wurden beide am 27. März 2015 freigesprochen.

Zu dem Zeitpunkt, als der britische Filmemacher Michael Winterbottom mit den Dreharbeiten zu „Die Augen des Engels“ begann, war hiermit noch unklar, wie in letzter Instanz entschieden werden würde. So nahmen Winterbottom und sein Drehbuchautor Paul Viragh lediglich den medienwirksamen Mordfall zum Anlass, um weitab von wirklichen Geschehnissen eine Geschichte zu erzählen, in welcher der ehemals erfolgreiche deutsche Drehbuchautor und Regisseur Thomas Lang (Daniel Brühl) nach Siena reist, um dort für sein Filmprojekt zu erfahren, was es mit dem Mordfall um die amerikanischen Studentin Elizabeth Pryce (Sai Bennet) auf sich hat. Der Filmschaffende trifft bei seinen Recherchen die Journalistin Simone (Kate Beckinsale) mit der er eine eher leidenschaftslose Affäre beginnt. Auch macht er die Bekanntschaft der Studentin Melanie (Cara Delevigne), die ihm Kontakte und Drogen besorgt.

Während die Filmproduzenten in Deutschland auf erste Ideen warten, versinkt Thomas, dessen Ehe gescheitert ist, mehr und mehr in einer Sinnkrise voller Albträume.

Wer bei „Die Augen des Engels“ einen spannenden Justizthriller erwartet, wird also enttäuscht. Aber Winterbottom gelingt es auch darüber hinaus nicht, ein interessantes Porträt eines entkräfteten Regisseurs zu zeichnen. Erschreckend ausdrucksarm tritt Daniel Brühl hier auf. Große Sympathien kann er mit seiner blassen Figur aber ohnehin beim Zuschauer kaum wecken. Was bleibt, sind ein paar Spitzen gegen die merkwürdigen Strukturen italienischer Medien. Aber die erweisen sich in dem mit verwirrend vielen Konflikten überfrachteten Film letztlich auch als zu stumpf. Schwach

Frankfurt: Harmonie. Mainz: Residenz & Prinzess

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