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"Reise-Check: Autobahn": Gruselige Resultate

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ARD/SR DER REISE-CHECK, "Autobahn", am Montag (19.10.15) um 20:15 Uhr im ERSTEN.
Reise-Check-Reporterin Susanne Gebhardt testet die Bedingungen an deutschen Autobahnen
© SR/P. d'Angiolillo, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter SR-Sendung bei Nennung "Bild: SR/P. d'Angiolillo" (S2). SR-Kommunikation, Tel: 0681/602-2042 oder -2043, Fax: -2049, info@sr-online.de
ARD/SR DER REISE-CHECK, "Autobahn", am Montag (19.10.15) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Reise-Check-Reporterin Susanne Gebhardt testet die Bedingungen an deutschen Autobahnen © SR/P. d'Angiolillo, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter SR-Sendung bei Nennung "Bild: SR/P. d'Angiolillo" (S2). SR-Kommunikation, Tel: 0681/602-2042 oder -2043, Fax: -2049, info@sr-online.de © SR/P. d'Angiolillo

Auf

Auf Deutschlands Autobahnen scheint es zwei getrennte Welten zu geben: Einerseits kommen wohlhabende Touristen aus aller Welt, um am Steuer PS-starker Autos einmal den Rausch hoher Geschwindigkeiten ohne Tempolimit auf öffentlichen Straßen zu erleben. "Einmal so richtig die Sau rauslassen" nennt es der Kommentator, wobei an dieser Stelle die erste Kritik fällig wäre: Schnelles Fahren erfordert von Fahrer höchste Konzentration und Disziplin - genau das Gegenteil von Sau rauslassen also.

Die Deutschen selbst sehen das alles oft ganz anders, besonders wenn sie beruflich häufig auf Autobahnen unterwegs sind: Es gibt viele Klagen über endlose Staus, schmutzige Toiletten, schlechtes und überteuertes Essen. Stimmt das? Susanne Gebhardt, Reporterin des "Reise-Check", macht sich auf die Suche und untersucht, wie es auf der Autobahn um Stress, Sauberkeit, Essen, Staus und Baustellen steht.

"Schnelles" Fahren bedeutet viel Stress

Dabei erscheint die erste Untersuchung eher banal: Dass schnelles Fahren auf der Autobahn sehr viel mehr Sprit kostet, im Vergleich zu Fahren mit Richtgeschwindigkeit 130 eine erhebliche Nervenanspannung bedeutet und im Endeffekt nur geringen Zeitgewinn bedeutet, dürfte allgemein bekannt sein. Was aber natürlich auch am starken Verkehrsaufkommen liegt: Tatsächlich dürfte es in Deutschland auf rund der Hälfte aller Autobahn-Kilometer längst ein Tempolimit geben und wer zum schnellen Fahren hier her kommt, muss sich die geeigneten Strecken sorgfältig aussuchen. Die freie Fahrt auf deutschen Autobahnen wird immer mehr von der Regel zur Ausnahme.

Horrorbilder von Rastplätzen

Sehr viel alltagsnäher sind da schon die Untersuchungen über die Sauberkeit auf den Toilettenanlagen an Parkplätzen, von denen es in Deutschland rund 950 gibt. Da zeigen die Aufnahmen - im konkreten Fall gefilmt an der A8 bei Kirchheim - wahrhaft Grausliches: Die Anlagen sind verdreckt, versifft, mit Exkrementen verschmiert und stinken oft auch wie die Pest. Vielfach dienen sie Besuchern als Müllhalde. Dazu sind sie speziell für weibliche Benutzer nach Einbruch der Dämmerung auch nicht ungefährlich, wie Michael König vom Verkehrskommissariat Mühlhausen offen einräumt.

Es ist, wie sich herausstellt, aber natürlich eine Geldfrage. Einmal täglich werden die Anlagen von der Autobahnmeisterei gesäubert, was für die gefilmte Anlage allein schon Kosten in Höhe von 37.000 Euro jährlich verursacht. Anders ist das in Österreich, wo die Benutzung der Autobahn Geld kostet, dafür aber in Sachen Sauberkeit und Sicherheit weit höhere Standards gelten. Gereinigt werden die Anlagen "mindestens dreimal täglich", die Beleuchtung ist besser, es gibt Überwachung per Video. Die Kosten für eine Toilettenanlage liegen dann bei 60.000 Euro jährlich.

Auch bezahlte Toiletten sind nicht sauber!

Besonders erschreckend: Die hygienischen Zustände auf den Autobahn-Raststätten - die sich überwiegend in der Hand der Firma "Sanifair" befinden - können auch nicht überzeugen. Das Team nahm Proben von den Toiletten, ließ diese in Labors untersuchen und fand eine ganze Reihe ekelhafter und gefährlicher Krankheitserreger. Dringender Rat: Nach dem Händewaschen den Türgriff am besten nicht mehr mit bloßer Hand anfassen! Der Rat, stattdessen den Ärmel des Pullovers zu benutzen, ist allerdings nicht nachvollziehbar. Dann hat man die Bakterien an der Kleidung.

Essen nicht empfehlenswert

Interessant wäre zum Vergleich auch eine bakteriologische Untersuchung auf Österreichs Anlagen gewesen. Ganz schlecht sieht es mit der Verpflegung aus: Sehr viel Fertigware, Geschmack nach Tütensuppen, gepresstes Fleisch, unzureichend gebratene und zubereitete Speisen - und dazu oft unhaltbare hygienische Zustände, von denen das ARD-Team Zeuge wurde. Besonders von den Fleisch- und Fischgerichten lässt der Besucher von Rastanlagen besser die Finger.

Was der bauliche Zustand der Straßen betrifft, sollen demnächst große Beträge investiert werden - was aber wiederum neue Baustellen und Staus bedeutet. Alles in allem sind Deutschlands Autobahnen kein allzu großes Vergnügen - in keinem untersuchten Bereich.

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