Hans Prescher ist gestorben: Als Fernsehchef entwickelte er den ARD-„Tatort“.
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Hans Prescher ist gestorben: Als Fernsehchef entwickelte er den ARD-„Tatort“.

27 Jahre Fernsehchef

„Tatort“-Erfinder ist tot: Er produzierte zwei Oscar-Werke und noch einen TV-Epos

  • Moritz Bletzinger
    vonMoritz Bletzinger
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Große Trauer um Hans Prescher. Er war einer der Erfinder des ARD-„Tatorts“. Unter seiner Leitung entstanden ein weiterer TV-Epos und zwei Oscar-Werke.

  • Hans Prescher war einer der Erfinder des ARD-„Tatort“.
  • Der ehemalige Fernsehchef des hessischen Rundfunks verstarb im Alter von 89 Jahren. 
  • Er verfilmte einen weiteren TV-Epos und begleitete zwei Oscar-Produktionen.

München - Am Sonntag erreichte eine traurige Nachricht die TV-Welt. „Tatort“-Erfinder Hans Prescher verstarb im Alter von 89 Jahren in München. Als Leiter der Abteilung Fernsehspiel und Spielfilm des Hessischen Rundfunks hatte er großen Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Fernsehwelt

ARD: „Tatort“-Erfinder Hans Prescher ist tot - Er prägte die deutsche TV-Landschaft nachhaltig

„Er hat die Kreativlandschaft in Deutschland entscheidend mitgeprägt“, sagt hr-Intendant Manfred Krupp. Prescher sein ein Fernsehchef gewesen, dem es in besonderer Weise gelungen sei, Populäres und Anspruch miteinander zu verbinden. 

Die Filmwelt muss sich auch von einem anderen verabschieden, der zwar nicht im großen Rampenlicht stand, aber dennoch viele Filme prägte. Andrew Jackson spielte im „Star Wars“-Epos und brachte den „Herr der Ringe“-Darstellern die Fantasie-Sprachen bei. Nun verstarb er nach einer Erkrankung an Covid-19.

27 Jahre lang war Hans Prescher verantwortlich für TV-Formate des „hr“. 1967 übernahm er die redaktionelle Leitung und entwickelte nur kurz darauf mit seiner Abteilung den bis heute erfolgreichen „Tatort“. Doch die ARD-Serie soll nicht sein einziges großes Werk geblieben sein.

Hans Prescher entwickelte nicht nur den ARD-Tatort: Filme gewannen zweimal den Oscar

Prescher scheute nicht vor Großprojekten zurück und brachte so den zwölfteiligen TV-Epos „Buddenbrooks“ auf die deutschen Bildschirme. Die Verfilmung des Romans von Thomas Mann zog in den späten Siebzigerjahren jede Woche tausende Zuschauer vor den Fernseher. 

Auch die Film- und Kinowelt war dem studierten Theaterwissenschaftler nicht fremd. Er arbeitete mit bedeutenden Regisseure n zusammen und betreute die Realisierung heute historischer Filme. Darunter „Die Blechtrommel“ mit Spielleiter Volker Schlöndorff und „Mephisto“ mit István Szabó, die jeweils mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wurden.

Mutiger hr-Fernsehchef: Hans Prescher wagte experimentelle Produktionen

Hans Prescher war aber auch ein Querdenker, der gerne experimentierte. In den Siebziger- und Achtzigerjahren drehte er mehrere Fernsehspiele des als „Bürgerschreck“ verschrienen Autors Gerd Winkler und brachte fünf Theaterstücke von Franz Xaver Kroetz ins TV. 

Die deutsche Filmwelt trauert auch um Barbara Rütting. Die Politikerin und Aktivistin, die mit „Geyerwally“ berühmt wurde, verstarb im Alter von 92 Jahren. Auch Survival-Legende Rüdiger Nehberg ist dieser Tage aus der Welt gegangen.

Hans Prescher ist leider nicht das erste Mitglied der „Tatort“-Familie, von dem sich die TV-Welt in diesem Jahr verabschieden musste. Im Februar verstarb der ehemalige Skandal-Schauspieler Burkhard Driest, bereits im Januar nahm Christoph Quest nur 14 Tage nach dem Tod seiner Ehefrau Abschied.

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