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"Tatort - Der scheidende Schupo": Für Fans des schwarzen Humors

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Von: Ulrich Feld

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ARD/MDR TATORT: DER SCHEIDENDE SCHUPO, am Sonntag (05.02.17) um 20:15 Uhr im ERSTEN.
Lupo ( Arndt Schwering-Sohnrey) genießt seinen Garten
© MDR/Anke Neugebauer, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter MDR-Sendung bei Nennung "Bild: MDR/Anke Neugebauer" (S2+). MDR/HA Kommunikation, 04360 Leipzig, Tel: (0341) 300 6477 oder - 6463
ARD/MDR TATORT: DER SCHEIDENDE SCHUPO, am Sonntag (05.02.17) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Lupo ( Arndt Schwering-Sohnrey) genießt seinen Garten © MDR/Anke Neugebauer, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter MDR-Sendung bei Nennung "Bild: MDR/Anke Neugebauer" (S2+). MDR/HA Kommunikation, 04360 Leipzig, Tel: (0341) 300 6477 oder - 6463 © (MDR/HA Kommunikation)

Es war einmal ein Ermittlerpärchen, das Kultstatus erlangte. Und das nicht nur durch die attraktive Schauspielerin in der weiblichen Hauptrolle: Es jagte Verbrecher mit ebenso viel kriminalistischem Spürsinn wie mit Sinn für Blödsinn. Dabei nahm es auch alles auf die Schippe, was der heimatlichen Region lieb und teuer war. Nein, nicht Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) aus Weimar, sondern Emma Peel (Diana Rigg) und John Steed (Patrick Macnee) aus "Mit Schirm, Charme und Melone".   Aber der Verdacht liegt nahe, dass sich die Macher des neuesten Weimarer "Tatort" schon die eine oder andere Anregung bei der englischen Kultserie geholt haben. Da wäre etwa der sehr intensive schwarze Humor. Das geht schon früh los, als im Garten des Rosenliebhabers und treudoofen Schutzpolizisten Ludwig Maria Pohl (Arndt Schwering-Sohnrey) dessen Kinderfreundin Andrea zu wüten anfängt und mit einer Heckenschere dessen Blumen bis auf den Grund abschneidet. Bei dieser Gelegenheit wird sie durch eine Bombe zerrissen, die eigentlich Ludwig gegolten hat.

Es war einmal ein Ermittlerpärchen, das Kultstatus erlangte. Und das nicht nur durch die attraktive Schauspielerin in der weiblichen Hauptrolle: Es jagte Verbrecher mit ebenso viel kriminalistischem Spürsinn wie mit Sinn für Blödsinn. Dabei nahm es auch alles auf die Schippe, was der heimatlichen Region lieb und teuer war. Nein, nicht Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) aus Weimar, sondern Emma Peel (Diana Rigg) und John Steed (Patrick Macnee) aus "Mit Schirm, Charme und Melone".   Aber der Verdacht liegt nahe, dass sich die Macher des neuesten Weimarer "Tatort" schon die eine oder andere Anregung bei der englischen Kultserie geholt haben. Da wäre etwa der sehr intensive schwarze Humor. Das geht schon früh los, als im Garten des Rosenliebhabers und treudoofen Schutzpolizisten Ludwig Maria Pohl (Arndt Schwering-Sohnrey) dessen Kinderfreundin Andrea zu wüten anfängt und mit einer Heckenschere dessen Blumen bis auf den Grund abschneidet. Bei dieser Gelegenheit wird sie durch eine Bombe zerrissen, die eigentlich Ludwig gegolten hat.

Nur noch 72 Stunden zu leben

Und später Grund zu einem der bösesten Pointen gibt, die je im "Tatort" zu hören waren. Sie soll hier nicht verraten werden. Ziemlich makaber geht es auch weiter. Der in seine Kollegin Nora verliebte Schupo verfügt nämlich über ein erhebliches Vermögen, weil es sich bei seinem Vater um den Familienpatriarch einer Porzellan-Dynastie handelte. Er weiß es erst seit kurzem. Doch er hat nicht mehr lange etwas von dem vielen Geld, denn er wurde vergiftet und hat maximal noch 72 Stunden zu leben. Ein Motiv wie in dem Klassiker "Opfer der Unterwelt" und dessen Remake "D.O.A. – Bei Ankunft Mord" also.

  Steckt eine seiner beiden Halbschwestern dahinter, die ihr Erbe mit ihm teilen müssten? Oder Ringo Kruschwitz (Florian Panzner), der Sohn seiner kettenrauchenden früheren Kindergärtnerin? Der ist nämlich hochkriminell und kommt sogar ins Krankenhaus, um dem sterbenden Ludwig einen tödlichen letzten Besuch abzustatten. Doch kriegt er eine Kugel ab und Ludwig seinen Chef Kurt Stich (Thorsten Merten) als Geisel. Und dann wird es noch richtig schräg. Denn vieles entpuppt sich hier als nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Geschichte schlägt einen Haken nach dem anderen. 

Märchen- und Bond-Motive  

Märchenmotive finden sich dabei reihenweise bis zum Blut im Schuh. Einiges wie die Tonne mit Exkrementen kommt dabei zwar angestrengt rüber, aber die meisten Gags zünden. Und wie bei manchen "Mit Schirm, Charme und Melone"-Folgen – in den ersten drei Staffeln hatte Honor Blackman mitgespielt, die in "Goldfinger" zum Bond-Girl aufstieg -  gibt es am Ende gar eine Bond-Anleihe. Wenn sich am Ende eine der beiden Schwestern auf einer Platte fixiert findet, wartet man als Zuschauer gar auf den Laserstrahl, der in dem 007-Klassiker zum Einsatz kommt.

Es wird aber noch ein wenig heißer. Die Verquickung von Märchenhaften und Makabren mit Krimi-Elementen ist den Autoren Murmel Clausen und Andreas Pflüger schon bemerkenswert gut geglückt. Regisseur Sebastian Marka inszenierte das Geschehen dazu nicht wie einen Klamaukfilm, sondern mischt noch kräftig Thriller-Optik und entsprechende Akustik mit hinein. Marka hatte schon bei "Es lebe der Tod" eine glückliche Hand. Hier hat er es geschafft, gegenüber dem gelungenen Vorgänger "Der treue Roy" noch einen draufzusetzen. Nur der Schluss enttäuscht: Da hätte man einfach noch eine richtig derbe Pointe erwartet wie im Vorgänger "Der treue Roy".

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