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Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) beruhigt „Alberich“ Silke Haller, die an einer Toten eine schreckliche Entdeckung gemacht hat.

TV-Kritik

Tatort „Spieglein, Spieglein“: Doppelgänger im Visier

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Der aktuelle "Tatort" aus Münster ist der Auftakt zu drei neuen Filmen mit Thiel und Boerne. Und wird nicht nur ausgewiesenen Fans des Teams gefallen.

Denn schönsten Spruch in der neuesten Münsteraner Episode gleich zum Einstieg: „Irgendwo da draußen läuft jetzt jemand rum, der genauso aussieht wie sie und von diesem Leiden bald erlöst ist“, sagt Professor Boerne (Jan Josef Liefers) zu Kommissar Thiel (Axel Prahl). In Münster geht nämlich möglicherweise ein Serienkiller um, der nicht nur durch seine Verbrechen Entsetzen im „Tatort“-Team auslöst.

Das erste Opfer sieht Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann) ziemlich ähnlich, was bei Thiel erstmal für einen leichten Schock sorgt und dann besonders bei Rechtsmedizinerin Alberich (ChrisTine Urspruch) für ein nachdrückliches Gruseln. Besonders deshalb, weil bald darauf eine zweite Tote auf ihrem Tisch landet: eine kleinwüchsige Frau wie Alberich selbst.

Doppelgänger mit Original-Zubehör

Zudem werden bei der Leiche von Klemms Doppelgängerin Klemms Zigaretten gefunden und bei der toten Kleinwüchsigen ein Schal von Alberich. Bald stirbt ein Taxifahrer, der aussieht wie Thiels „Vadder“ Herbert (Claus D. Clausnitzer). Und Thiels Schuhe sind verschwunden wie auch eine Mütze von Boerne. Nun muss das Team also nicht nur einen Täter fassen, sondern auch weitere Morde verhindern.

Für Münsteraner Verhältnisse kommt der neueste Fall also mit ziemlich viel Druck samt dramatischem Finale. Was allein schon nicht nur für Münster-Fans ein gelungenes Wiedersehen mit den Publikumslieblingen bescheren dürfte. Dass es durch die Doppelgänger-Geschichte das ganze Team im Doppelpack gibt, wird den Freunden von Thiel und Boerne ebenfalls gefallen.

Dass Thiels Assistentin Nadeshda Krusenstern diesmal ausfällt - Darstellerin Friederike Kempter bekam im letzten Sommer ihr erstes Kind - mindert den neuen Fall nicht. Mirko Schrader (Björn Meyer), der neue Mann im Team, darf schnell beweisen, dass er noch mehr drauf hat aks nur einen anständigen Kaffee zu kochen.

Kathrin Angerer als weiterer Pluspunkt

Die üblichen Frozzeleien präsentieren sich diesmal sparsamer dosiert, aber doch – siehe das Zitat zu Beginn- überwiegend treffsicher. Die ordentlich durchdachte Geschichte unterhält durch einige schöne Wendungen, einen gelungenen Drahtzieher und vor allem eine Täterin, durch durch ihre tragische Naivität ans Herz geht.

Sehr gut auch wieder Kathrin Angerer, die in der Krimi-Reihe zuletzt im Kölner Beitrag „Wahre Liebe“ zu sehen war: Ihre Rolle in Münster bietet ihr allerdings deutlich mehr Möglichkeiten, sich auszuspielen. Nachdem sich Thiel und Boerne im letzten Jahr mit ihrem einzigen Beitrag „Schlangengrube“ doch etwas rar gemacht haben, flimmern sie 2019 gleich dreimal über die Mattscheibe. „Spieglein, Spieglein“ ist ein feiner Einstieg.

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