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TV-Kritik: ?Meine Tochter Anne Frank? ist ein Glanzstück

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Es g

Es geht damit los, dass Anne Frank in der Badewanne sitzt und darüber nachdenkt, ob sie Peter einmal heiraten wird. Es ist eine intime, zärtliche Szene, und der Zuschauer hat sofort Sympathien für diese reflektierte, gewitzte, charmante und attraktive junge Frau. Die Geschichte von Anne Frank, der Frankfurter Jüdin, die gemeinsam mit ihrer Familie in Amsterdam dem Nazi-Terror zu entfliehen hofft, kennt jeder Schüler. Es ist das berühmteste Zeugnis der Juden-Verfolgung durch das NS-Regime, festgehalten in einem bemerkenswerten Tagebuch.

Es gibt Zeichentrickfilme über das Leben der jungen Anne, es gibt Dokumentationen, Comics, Theater-Stücke. Und viele, viele Filme. Zum 70. Todestag hat nun der Hessische Rundfunk das Dokudrama „Meine Tochter Anne Frank“ verfilmt. Ursprünglich wollte sich das ZDF und Groß-Produzent Oliver Berben dieser Verfilmung annehmen. Der Anne Frank Fonds (AFF) wehrte sich jedoch gegen die Vorgehensweise. Nun hat also der HR produziert – und er hat tolle Arbeit geleistet.

Starke Bilder, viele Perspektiven

Allein die Entdeckung der jungen Frankfurter Schauspielerin Mala Emde lohnt das Anschauen des berührenden Filmes. Emde, 1996 geboren, spielt mit so viel Empathie und Kraft, dass man durchaus davon ausgehen kann, dass hier ein neuer Schauspielstern aufgeht.  

Der Film versucht sich nicht an Interpretationen oder einer neuen Deutung des Tagebuchs. Vielmehr vertraut er auf seine Bilder und seinen Perspektivenreichtum. So klärt auch „Meine Tochter Anne Frank“ nicht die Frage, wer denn die Familie in ihrem Amsterdamer Versteck nun verraten hat.

Der Film ist nicht kitschig, es ist auch nicht sentimental. Der 90-minütige Dokumentarfilm ist schlicht berührend und bringt die Geschichte der Anne Frank auch einem jüngeren Publikum näher.

Freunde von Anne kommen zu Wort, berichten von ihrer rebellischen und durchaus frechen Art. Das ist äußerst liebenswert und charmant. Gut, dass es diesen Film gibt.

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