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Maik Schäfer (Daniel Donskoy) versucht, den angetrunkenen und verzweifelten Pfarrer Riemer (Stefko Hanushevsky) zu bändigen.

TV-Kritik

"Und vergib uns unsere Schuld": Mit Schwung und Gefühl

Brenzlige Situation: Der Trickbetrüger und falsche Pfarrer Maik Schäfer sieht sich diesmal Besuchern gegenüber, die den echten Pfarrer gekannt haben.

"Wir sind im Auftrag des Herrn unterwegs!" Der berühmte Satz aus dem Kultfilm "Blues Brothers" könnte auch für Maik Schäfer (Daniel Donskoy) und dessen Bruder Vincent (Kevin Schäfer) stehen.  In der ersten Folge eignet sich der Trickbetrüger  auf der Flucht im Zug die Kleidung eines plötzlich verstorbenen Priesters an und sieht sich unversehens in der Rolle des willkommenen neuen Pfarrers in der Ortschaft Läuterberg gefangen.

Einen Posten, den er, obwohl bar jeder religiösen Prägung, mit zunehmender Effizienz ausfüllt. Seine kriminelle Vergangenheit bleibt natürlich stets spürbar und immer wieder wird Maik mit brenzligen Situationen konfrontiert. So in dieser Folge mit zwei afrikanischen Besuchern, die den echten Pfarrer des Ortes besuchen wollen und ihn anhand eines Fahndungsbildes erkennen. Die Polizei hat den toten Pfarrer zwar gefunden, konnte bisher aber seine Identität nicht herausfinden.

Die grotesk zurechtgebogene, im Handlungszusammenhang aber durchaus glaubwürdige Ausrede, die sich Maik deswegen in dieser Folge ausdenken muss, um auch weiterhin den Schein zu wahren, sorgt alleine schon für einen sehr witzigen Moment. Daneben muss sich Maik aber noch mit Pfarrer Riemer (Stefko Hanushevsky) aus der Nachbargemeinde Frankenthal –ein Ortsname, der sich nicht zufällig so ähnlich klingt wie das Kaltenthal aus der ARD-Reihe "Um Himmels Willen" – herumärgern.

Der Geistliche stiehlt ein Gemälde aus der Kirche von Läuterberg +und wird dabei von Maik gestellt. Bald kommt Maik hinter Riemers trauriges Geheimnis: Der Homosexuelle wird erpresst und benötigt dringend Geld. Maik will dem Erpresser eine Falle stellen, was dem Geschehen eine unerwartete Wendung verleiht. Am Ende deutet sich an, dass Maik und Vincent in der letzten Folge richtig Ärger bekommen könnten.

Als temporeiche Komödienunterhaltung macht sich auch die neunte Folge ziemlich gut. Ein bisschen Klamauk, viel Bewegung, aber auch eine kräftige Dosis an Gefühl – besonders, wenn Riemer entdeckt, wer ihn die ganze Zeit erpresst hat – ergeben eine Mischung, die durchweg gut funktioniert. Dabei verleiht Donskoy dem Ganzen schon durch sein lebhaftes und schwungvolles Spiel eine mitreißende Wirkung.

Dazu kommt, dass die Serie die katholische  Kirche zwar stets  mit Humor betrachtet, sie aber niemals der Lächerlichkeit preisgibt. Fans werden sich freuen, dass nächste Woche mit der letzten Folge noch nicht das Ende der Reihe kommt. RTL wird eine zweite Staffel produzieren.  

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