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Elena (Julia Koschitz) vertraut in ihrer Bedrängnis auf die Hacker-Fähigkeiten von Marc (Jürgen Vogel), einst EDV-Chef und ihr Ex-Freund.

TV-Kritik

"Vertraue mir": Frankfurter Fast-Volltreffer

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Eigentlich könnte man sich diesen Thriller schon einfach nur wegen seiner ausgefeilten Ästhetik anschauen. Wenn die Kamera, geführt von The Chau Ngo, über die glänzenden Fassaden der Frankfurter Bankenwelt gleitet, jeden Lichteffekt auskostet, erwartet man schon etwas, was diese perfekte Scheinwelt zum Zerbrechen bringt. Und man muss nicht lange warten: Ein Mensch fällt an der Fassade entlang, rast auf den Asphalt zu. Und wird kurz danach diskret entsorgt. Ein Fünfmarkstück ist erst mal alles, was von ihm bleibt. Oder von ihr?   Dieses Fünfmarkstück erblicken wir anschließend nämlich zwischen den Fingern von Elena Wagner (Julia Koschitz), einer Top-Bankerin, die perfekt auf Englisch und Französisch parliert und alles unter ihrer Kontrolle hat. Denkt sie jedenfalls. Doch ihr Chef Dr. Ahrends (August Zirner) verhält sich irgendwie seltsam. Sie bekommt keinen Termin bei ihm, obwohl sie darum gebeten hat. Eine wichtige Email hat sie niemals bekommen. Irgendetwas riecht faul in der Frankfurter Investmentbank. Und es gibt nur einen, der ihr wirklich helfen kann.  

Eigentlich könnte man sich diesen Thriller schon einfach nur wegen seiner ausgefeilten Ästhetik anschauen. Wenn die Kamera, geführt von The Chau Ngo, über die glänzenden Fassaden der Frankfurter Bankenwelt gleitet, jeden Lichteffekt auskostet, erwartet man schon etwas, was diese perfekte Scheinwelt zum Zerbrechen bringt. Und man muss nicht lange warten: Ein Mensch fällt an der Fassade entlang, rast auf den Asphalt zu. Und wird kurz danach diskret entsorgt. Ein Fünfmarkstück ist erst mal alles, was von ihm bleibt. Oder von ihr?  

Dieses Fünfmarkstück erblicken wir anschließend nämlich zwischen den Fingern von Elena Wagner (Julia Koschitz), einer Top-Bankerin, die perfekt auf Englisch und Französisch parliert und alles unter ihrer Kontrolle hat. Denkt sie jedenfalls. Doch ihr Chef Dr. Ahrends (August Zirner) verhält sich irgendwie seltsam. Sie bekommt keinen Termin bei ihm, obwohl sie darum gebeten hat. Eine wichtige Email hat sie niemals bekommen. Irgendetwas riecht faul in der Frankfurter Investmentbank. Und es gibt nur einen, der ihr wirklich helfen kann.

 

 

Ihren Exfreund Marc (Jürgen Vogel), einst EDV-Chef der besagten Bank, schleust sie am diensthabenden Wachmann vorbei in die Bank. Und der entdeckt dann eine ungeheure Sauerei - denkt er. Es sieht ganz danach aus, als hätte Dr. Ahrends eine Menge Geld verschoben und ihr die Schuld untergejubelt. Nun bleibt den beiden nur noch wenig Zeit, ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen: Der Wachmann schöpft Verdacht, Daten müssen geknackt und gelöscht werden, die Kamera schleicht hinterhältiger denn je. Und doch kommt am Ende alles ganz anders.

 

Ein im Prinzip tolles Szenario, dass sich hier offenbart, ein Kammerspiel um Macht, Betrug, aber auch Vertrauen und Liebe. Das zieht zwar einerseits stark in den Bann, aber nicht immer holen Drehbuch und Regie alles aus dem hinterhältigen Plot heraus: Anstatt den Film durchgehend punktgenau als Paranoia-Thriller zu inszenieren, versetzen die Macher die Geschichte zu Beginn immer wieder mit romantisch gefärbten Rückblicken.

 

 

Wir erleben, wie sich Elena und Marc kennengelernt haben, wie er sie anmacht, wie sie sich, zunächst spröde und unnahbar, allmählich öffnet - und dass Julia Koschitz auch längere Haare ganz gut stehen. Dummerweise machen diese Rückblicke die Atmosphäre immer wieder kaputt. Sie sind total unnötig und kommen so schrecklich künstlich und blumig rüber. Und sie erinnern den Zuschauer auch immer wieder daran, dass alles nur ein Film ist.

 

Ansonsten macht der Film aber das Meiste richtig, schon allein durch seine Besetzung. August Zirner und Jürgen Vogel machen ihre Sache wieder sehr gut, und Julia Koschitz erst recht. Koschitz ist nämlich ähnlich wie Petra Schmidt-Schaller durch ihr feines und zurückhaltendes, dabei aber sehr intensives Spiel und ihre filigrane Schönheit eine erste Wahl für Frauen in Bedrängnis.

 

Die Auflösung der Geschichte erinnert dann an den Schluss von "The Game" mit Michael Douglas und Sean Penn und lässt die ganze aufgebaute Spannung, die trotz der vielen Rückblicke zu Beginn dann doch entsteht, erst mal verpuffen. Aber die Geschichte hält sich bis zum Schluss noch ein Hintertürchen offen. Auch wenn der Film nicht ganz perfekt ist und in seinen Figuren und Dialogen ab und an etwas prätentiös wirkt, fesselt er bis zum Ende. Wie lieblos hingeschludert wirken dagegen doch etliche "Tatort"-Krimis!

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