Musical "The Greatest Showman"

Volksbelustiger zieht durchs Land

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Hugh Jackman spielt den amerikanischen Schausteller, der im 19. Jahrhundert ein buntes Jahrmarktstreiben unter die Leute brachte.

P. T. Barnum war ein Zirkuspionier und gilt als Erfinder des Showgeschäfts. Einen Teil seiner Lebensgeschichte hat Regie-Neuling Michael Gracey in Form eines klassischen Musicals umgesetzt. Für die Hauptrolle wurde Hugh Jackman ausgewählt. Ein kluger Schachzug, denn der Star der Comic-Kinoreihe „Wolverine“ war früher in seiner Heimat Australien ein gefragter Musicaldarsteller. Auf der Leinwand durfte der 49-Jährige sein Gesangstalent bereits einige Male unter Beweis stellen, etwa als Sträfling Jean Valjean in „Les Misérables“.

Der Anzug des Zirkusdirektors passt Jackman wie maßgeschneidert, immerhin moderierte er auch schon gekonnt die Oscar-Verleihung. Doch zunächst ist Barnum weit vom Rampenlicht entfernt. Im Amerika des 19. Jahrhunderts greift die Arbeitslosigkeit um sich, und der Familienvater steht auf der Straße. Da kommt ihm die kuriose Idee, eine Show aufzuziehen, in der neben Akrobaten auch Menschen mit körperlichen Abnormitäten bestaunt werden können. Unter anderem engagiert Barnum eine bärtige Frau (Keala Settle) und einen kleinwüchsigen Mann (Sam Humphrey). Gemeinsam touren sie durch die Lande, werden aber nicht an allen Orten bejubelt. Besonders die Romanze zwischen Barnums Assistent Phillip (Zac Efron) und der schwarzen Seiltänzerin Anne (Zendaya) ist Fanatikern ein Dorn im Auge. Von den Widerständen lässt sich der Unternehmer allerdings nicht beirren und führt seine Truppe zum Triumph.

Wer quietschbunten Singspielen und simplen Erfolgsbotschaften wenig abgewinnen kann, verfolgt die Geschichte dennoch gebannt dank Hugh Jackmans magnetischer Ausstrahlung. Drehbuchautor Bill Condon („Chicago“) legt den Schwerpunkt auf die rühmlichen Charaktereigenschaften des P. T. Barnum. Selbst die Affäre mit einer Opernsängerin (Rebecca Ferguson) versinkt in Harmlosigkeit. Umso höher ist Jackmans Leistung einzuschätzen, dem es durch Nuancierungen gelingt, die Widersprüche der Hauptfigur zu kennzeichnen. Charismatischer Streiter für Gleichberechtigung auf der einen Seite, gewinnsüchtiger Selbstdarsteller auf der anderen. Wenig erfährt man hingegen über die Mitglieder des Zirkus-Ensembles, die meist zu Stichwortgebern der Jackman-Show verkommen.

Cecil B. DeMilles Klassiker „Die größte Schau der Welt“ (1952), ebenfalls durch Barnums Lebenswerk inspiriert, hatte ein höheres Maß an Vielseitigkeit zu bieten. Trotzdem ist das Musical für ein Regiedebüt beachtlich inszeniert und gefällt durch spektakuläre Tanz-Choreografien im „Moulin-Rouge“-Stil. Nicht zuletzt liefert der Soundtrack hitverdächtige Balladen, komponiert von Benj Pasek and Justin Paul, denen bereits für „La La Land“ eingängige Songs eingefallen sind. Sehenswert

In diesen Kinos

Frankfurt: Cinema (D+OmU), E-Kinos (D+E), Cinestar, Metropolis (D+E). Sulzbach: Kinopolis (D+OF).

Limburg: Cineplex. Offenbach:

Cinemaxx. Hanau: Kinopolis (D+OF).

Mainz: Cinestar

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