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"Vorstadtweiber": Es wird böse werden

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Von: Ulrich Feld

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Maria (Gerti Drassl) hat sich mit einem Trick in die Stadtwohnung geschlichen, die ihr Mann ihr bisher verheimlichte. Was sie dort sieht, entsetzt sie!
Maria (Gerti Drassl) hat sich mit einem Trick in die Stadtwohnung geschlichen, die ihr Mann ihr bisher verheimlichte. Was sie dort sieht, entsetzt sie! © ARD/ORF/MR Film

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Der Kontrast zu der heimelig anmutenden ARD-Dauerserie "Um Himmels Willen" könnte gar nicht größer sein. Hier ein Stück heile Welt, dort das blanke Gift: Wenn jeder jeden betrügt, ausnutzt oder belügt, ist man bei "Vorstadtweiber" gelandet. Es gibt eigentlich keine positiven Identifikationsfiguren bis auf Maria Schneider (Gerti Drassl), dem einzigen redlichen Charakter des Zehnteilers.

Ansonsten betreibt jeder krumme Geschäfte und hat Leichen im Keller. Selbst innerhalb der eigenen Familie wird eiskalt erpresst – Großmutter Anna Schneider (Gertrud Roll) gegen Enkel Simon (Johannes Nussbaum). Der unverhohlene Zynismus wird durch bestens aufgelegte Darsteller, beißende Dialoge und treffsichere Situationskomik ergänzt. Zugleich schafft es Drehbuchautor Uli Brée, die Spannungsschraube immer weiter anzuziehen: Man will grundsätzlich unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Schockeffekt am Anfang

Es beginnt mit einem Schock: Lobbyist Bertram Selig (Lucas Gregorowicz) wird der Korruption beschuldigt. Seine Geliebte verlässt ihn daraufhin, Bankier Hadrian Melzer (Bernhard Schir) steigt daraufhin aus dem geplanten Grundstücksgeschäft wieder aus. Waltraud Steinberg (Maria Köstlinger), die ihre Freundin Nicoletta Huber (Nina Proll) auf ihren Mann Josef Steinberg (Simon Schwarz) ansetzen will, ahnt nicht, dass diese bereits in ihren Mann verliebt ist und eine Affäre mit ihm begonnen hat.

Und auch zum Schluss hin gibt es einen Schreckmoment: Maria Schneider, die ihrem Mann lange Zeit hinterherspioniert hat, entdeckt nicht nur, dass Georg (Jürgen Maurer) sie betrügt – sie entdeckt auch, dass er eine intime Beziehung zu einem Mann unterhält. Und dass sein Geliebter aus der hohen Politik kommt: Minister Joachim Schnitzler. Sie schleicht schockiert aus der Wohnung, wo sich Georg mit dem Minister vergnügt – den er zugleich ohne dessen Wissen ausspioniert über einen geplanten Autobahnbau, um aus diesem Wissen Kapital zu schlagen.

Das tragische Element kommt auch hier wieder von Waltraud Steinberg. Ihre Verliebtheit in Simon ist, eine Seltenheit in der Serie, echt und nicht von Betrugsabsichten diktiert. Am Ende kündigt ihr Simon jedoch die Beziehung – und ihr Mann Josef findet ein Bild, das Simons Großmutter gemacht hat und die beiden in eindeutiger Pose zeigt. Ein hübscher Cliffhanger – so nennt man eine spannende Situation am Ende, damit der Zuschauer wieder einschaltet. Es wird spannend und böse weitergehen.

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