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"Wer Wind sät": Rex Gildo wird zum Rabenvater

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Von: Ulrich Feld

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Ludwig Hirtreiters Tochter Frauke (Katrin Filzen, l.) scheint vor Ermittlerin Pia Kirchhoff (Felicitas Woll, r.) etwas zu verbergen.
Honorarfrei - nur für diese Sendung bei Nennung ZDF und Johannes Krieg
Ludwig Hirtreiters Tochter Frauke (Katrin Filzen, l.) scheint vor Ermittlerin Pia Kirchhoff (Felicitas Woll, r.) etwas zu verbergen. Honorarfrei - nur für diese Sendung bei Nennung ZDF und Johannes Krieg © (ZDF)

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Der Rabe gibt Film sowas wie ein geisterhaftes Gefühl, auch mitten am Tag. Er überlebt die Filmhandlung nicht, und das ist auch kein Wunder: Wirkt dieser Urenkel von Wilhelm Buschs Hans Huckebein doch, als sei er nicht nur von Edgar Allan Poe ("Der Rabe") erfunden, sondern auch noch von Alfred Hitchcock ("Die Vögel") trainiert. Und er gehört einem Mann, mit dem niemand gut kann.

Ein Ekelpaket heißt wie Rex Gildo

Schon gar nicht seine Tochter, die der Rabenvater wegen ihres Übergewichts bis aufs Blut verhöhnt, obwohl er selbst auch nicht gerade über eine Idealfigur verfügt. Aber warum musste ein solcher Kotzbrocken ausgerechnet Ludwig Hirtreiter heißen? So hieß der Schlagersänger Rex Gildo ("Fiesta Mexicana") mit richtigem Namen. Was hat dieser im Grunde so tragische Mann der Autorin getan, dass sein Name für so einen Widerling herhalten muss?

Diesem Hirtreiter geht es so wie seinem Vogel: Er lebt am Ende des Films nicht mehr. Er stirbt sogar als erster, denn es folgt noch ein weiterer Toter, Nachtwächter in einer Firma, die sich mit Windkraft beschäftigt. Was dem Kriminalbeamten Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) noch zu schaffen machen wird, denn ausgerechnet sein Vater ist der Erbe eines Grundstücks, auf dem eine Windkraftanlage errichtet werden soll. Pia Kirchhoff (Felicitas Woll) darf dann seinen Fall übernehmen.

Teilweise stark überladene Handlung

Bis dahin gibt es für die Polizei aber ohnehin schon genug zu tun. Es geht um Gefälligkeitsgutachten, Korruption, Lug und Betrug und man muss schon erheblich aufpassen, nicht den Anschluss zu verlieren. Trotz der überladenen Handlung aber funktioniert das Ganze nicht schlecht oder hätte mit einem anders gewichteten Drehbuch funktionieren können. Es gibt keine groben Logikfehler, die privaten Probleme der Ermittler halten sich noch halbwegs in Grenzen, obwohl Bodenstein von seiner Frau verlassen wird.

Und gemacht ist das Ganze nicht schlecht: Außer der hervorragenden Kamera fällt besonders der geschickte Einsatz von Musik und Geräuscheffekten auf: Beides zusammen verleiht dem Krimi eine gewisse Dichte und nett bedrohliche Atmosphäre. Die Besetzung macht ihre Arbeit bestens. Sehr gut kommt auch Ulrike C. Tcharre zur Geltung, wie immer, wenn sie eine Frau mit geheimnisvoller Ausstrahlung spielen darf.

Da verzeiht man sogar, dass sie mit Bodenstein im Bett landet. Unter den Taunuskrimis nach den Romanen von Nele Neuhaus ist der hier deswegen mit am besten gelungen.

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