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Auf dem Seefest trifft Tonio Niederegger (Maximilian Grill, r.) Laura Mosny (Katja Studt) mit ihrem Freund Philipp Engelbrecht (Kai Ivo Baulitz) und dem gemeinsamen Baby.

TV-Kritik

"Zwei sind noch kein Paar": Fortsetzungen zu erwarten

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Das musste ja so kommen: Kaum ist Familientherapeutin Julia Schindel (Oona Devi Liebich) von der brodelnden Großstadt Berlin ins beschaulich-ländliche Bayern gezogen, bekommt sie Besuch: Ihr Ex-Freund Paul (Simon Böer) steht plötzlich auf der Matte. Mit dem verheirateten Paul hatte Julia eine Affäre, die sie aber schon in der Eingangsszene des Auftaktfilms "Kneifen gilt nicht" für beendet hielt.

Das musste ja so kommen: Kaum ist Familientherapeutin Julia Schindel (Oona Devi Liebich) von der brodelnden Großstadt Berlin ins beschaulich-ländliche Bayern gezogen, bekommt sie Besuch: Ihr Ex-Freund Paul (Simon Böer) steht plötzlich auf der Matte. Mit dem verheirateten Paul hatte Julia eine Affäre, die sie aber schon in der Eingangsszene des Auftaktfilms "Kneifen gilt nicht" für beendet hielt.

Was Paul aber nicht akzeptieren will und damit bei Julia offene Türen einrennt. Womit sich allerlei Probleme ergeben: Julia verstößt mit ihrer Affäre massiv gegen die Regeln der Katholischen Kirche, bei der sie angestellt ist. Und vor allem Pfarrer Tonio Niederegger (Maximilian Grill) leidet daran: Lange vor seiner Berufung zum Seelsorger hatte er selbst mit Julia eine leidenschaftliche Affäre und man merkt immer wieder, dass er noch viel für Julia empfindet.

Eine hübsche Konstellation für ein saftiges Melodram also. Wobei das aber in diesem Film nicht im Mittelpunkt steht. Das Drehbuch versorgt auch die Nebenfiguren der Geschichte wie Tonios zunehmend hilfsbedürftigen Vater oder Julias schwulen Bruder samt Lebensgefährten mit genügend Szenen. Und dazu geht es auch um die Friseurin Laura (Katja Studt), die zum dritten Mal die Taufe für ihr Baby verschieben will.

Wie schon im Erstling haben die Mainzer auch hier Dramatisches und Melodramatisches ziemlich gekonnt gemixt. Dass dabei auch immer wieder die Angehörigen der beiden Titelhelden auftreten und sich die Mitarbeiter der "Beratungsstelle Tölz" regelmäßig am schön gedeckten Frühstückstisch treffen, lässt weniger Spannung als vielmehr eine betont familiäre Atmosphäre entstehen.

Eben ganz so, wie sich das für eine gut gemachte Familienserie gehört. Für das eine oder andere humoristische Einsprengsel ist ebenfalls gesorgt, etwa durch die gelegentlich sarkastischen Kommentare von Julias Vater oder Generalvikar Zumbrodt (Lambert Hamel), der sich beim Seefest unerwartet kleinkariert zeigen darf. Dabei profitiert die neue Reihe  davon, dass die Macher die Schauspieler auch in den Nebenrollen sichtlich typgerecht ausgesucht haben.

Und natürlich gibt es wieder viele prächtige Landschaften im Sonnenschein und eine prächtige Kirche zum Gucken und Hineinträumen: Beim bereits erwähnten Seefest (siehe Bild) etwa hat sich das Drehteam einen besonders schönen Platz ausgesucht. Bei den zwei Teilen dürfte es also nicht bleiben. Speziell Tonios Gefühle für Julia sind noch für viele Folgen gut.

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