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5000 Gesichter

Kein Wunder, dass das Gedächtnis bisweilen streikt und manche Mitmenschen hilfsweise nur „Hallo“ nennt. Denn es ist viel belasteter als gedacht – und kennt 5000 Gesichter!

Kein Wunder, dass das Gedächtnis bisweilen streikt und manche Mitmenschen hilfsweise nur „Hallo“ nennt. Denn es ist viel belasteter als gedacht – und kennt 5000 Gesichter!

Diesen Durchschnittswert zumindest nennen Forscher der britischen Universität York, deren Gesichter dem Leser der Studie glücklicherweise nicht bekannt sind. Sonst kämen sie auch noch zum visuellen Datenmüll in den kleinen grauen Zellen hinzu. Schließlich zählen zu den oberen 5000 der eigenen Erinnerungsliste nicht nur Angehörige, Freunde und Kollegen, sondern auch Prominente.

Als sei das alles aber noch nicht kompliziert genug, haben unterschiedliche Gesichter bisweilen gleiche Namen. Da sind dann – je nach Generation – fünf Männer namens Michael oder zehn Mädchen namens Marie im Bekanntenkreis. Diese voneinander zu unterscheiden, vergeudet wichtige Gedächtnisressourcen, die beim Nachdenken über andere Probleme dann wieder fehlen.

Außerdem verändert sich das Gesicht mit dem Gemütszustand und Alter seines Besitzers. Wer also 5000 Menschen über einen längeren Zeitraum kennt, muss sich dann irgendwann 15 000 Gesichter merken. Und trotzdem kann er dieses eine, seltsame Antlitz, das ihn morgens immer so müde im Spiegel anschaut, beim besten Willen nicht identifizieren.

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