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Digitales Fasten

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Früher dachten manche, sie müssten ihr Leben tatsächlich ändern. Das war lästig, oft anstrengend und führte manchmal ins Ungewisse. Heute jedoch reicht es glücklicherweise schon, das Gewohnte anders zu benennen.

Früher dachten manche, sie müssten ihr Leben tatsächlich ändern. Das war lästig, oft anstrengend und führte manchmal ins Ungewisse. Heute jedoch reicht es glücklicherweise schon, das Gewohnte anders zu benennen.

Wer nämlich in der Freizeit vorübergehend mal nicht auf irgendein Display starrt, schaltet nicht einfach nur ab. Sondern er macht gleich anspruchsvolles „Digitales Fasten“. Manchmal nennt er das sogar noch cooler „Digital Detox“, was auf eine Entgiftung vom Smartphone hindeutet. Denn dieses ist tatsächlich hochgiftig, vor allem wenn man es unzerkaut und ohne Flüssigkeit schluckt.

37 Prozent der Bevölkerung jedenfalls sehen Digital Detox als ein „wichtiges und wertvolles Thema“, heißt es in einer Umfrage der Krankenkasse Barmer. Ganze 13 Prozent haben es demnach sogar schon umgesetzt! Wer allerdings etwa in der Bahn mal kurz vom eigenen Handy hochschaut, kann diese 13 Prozent mit Smartphone-Abstinenz beim besten Willen nicht entdecken. Aber vermutlich schaut er nur falsch – oder er hat die neueste Umbenennung verpasst. Denn die Zeit, die heute zum „Digitalen Fasten“ zählt, hieß früher „Schlafen“.

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