Fuchsig

Wir haben noch etwas „am Bennel“ als Nachtrag zur Glosse von letzter Woche, wo es um den Bändel ging. Unsere Leserin Hanni Schreiber erinnert an die Redensart, wenn der „Sack de Bennel net wert“ ist.

Wir haben noch etwas „am Bennel“ als Nachtrag zur Glosse von letzter Woche, wo es um den Bändel ging. Unsere Leserin Hanni Schreiber erinnert an die Redensart, wenn der „Sack de Bennel net wert“ ist. Es ist unnötig, den Sack zuzubinden, wenn Sack oder Inhalt wertlos sind, es also absehbar ist, dass sich bei einer Sache die Mühe nicht lohnt.

Es verdrießt einen, wenn man dennoch Zeit und Energie investiert hat und sich das Ergebnis nicht einstellen will. Das „fuchst“ einen, das heißt, dass man sich darüber ärgert. Das zugehörige Eigenschaftswort im Frankfurterischen ist „fuchsisch“ – auch ein Begriff, den Frau Schreiber beisteuerte. „Fuchsig“ im Sinne von ärgerlich oder zornig hat wohl nichts mit dem Fuchs zu tun, eher schon mit „fuckezen“ oder „fucken“, was „unruhig hin- und herlaufen“ bedeutete. Gesichert ist die Herleitung aber nicht.

Einfacher ist die Erklärung, wenn „fuchsisch“ oder „fuchsich“ in der Mundart in folgendem Zusammenhang auftaucht: „S is e bissi fuchsisch, ihr Hoor.“ Wir assoziieren damit automatisch eine rötliche Haarfarbe, weil wir dabei an das Fuchsfell denken.

„Fuchsig“ in der Bedeutung von „geizig“ ist nicht mehr gebräuchlich, hat sich aber im „Pfennigfuchser“ erhalten.

„Hessisch für Anfänger“

Das Buch von Hans Peter Dieterich, erschienen im Societäts Verlag, 12,80

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