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Pias Potpourri

Gedanken zum kreativen Chaos

Wer seinen Schreibtisch nicht jeden Abend blitzeblank aufräumt, gilt heute oft als Messie. Aber das zeigt nur, wie unkreativ die Ordnungsfanatiker sind.

Wer seinen Schreibtisch nicht jeden Abend blitzeblank aufräumt, gilt heute oft als Messie. Aber das zeigt nur, wie unkreativ die Ordnungsfanatiker sind. Denn sie erkennen nicht: Unordnung ist ein Zeichen von Kreativität.

Wie Psychologieprofessor Siegfried Preiser in der Zeitschrift „Forschung & Lehre“ erläutert, setzt das Durcheinander nämlich unkonventionelle Gedankenketten in Gang. Das leuchtet ein. Ist doch etwa folgende Gedankenkette „Wichtige Unterlage – vielleicht unter den Zeitungen – vielleicht als Butterbrotpapier benutzt – hoffentlich nicht versehentlich weggeworfen“ sehr unkonventionell. Wenn auch im Ergebnis bisweilen frustrierend. Zudem wird das Gedächtnis geschult, wenn der Betreffende sich auch nur grob merken muss, was sich unter seinen Stapeln befindet. Und der verzweifelte Suchvorgang selbst bedeutet körperliche Bewegung, ist also ebenfalls gut fürs Gedächtnis. Der Kreativität sind also Tür, Tor und Papierkorb geöffnet.

Am wertvollsten aber ist der Moment, in dem der Suchende erkennt: Diese wichtige Unterlage kann ich beim besten Willen einfach nicht wiederfinden. Denn dann muss er für seine Mitmenschen eine Ausrede erfinden. Und das ist besonders kreativ.

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