GLOSSIERT

Rolandos rote Nase Von Sabine Kinner

Rolandos rote Nase

Von Sabine Kinner

Opernsänger Rolando Villazón gehört dem gemeinnützigen Verein „Rote Nasen“ an und tritt als Clown in Krankenhäusern auf. Bei einem Termin in Berlin begegnete er gestern einem anderen Rote-Nase-Wesen.

Villazon: Was machen Sie denn hier? Ich bin derjenige, der als Clown auf die Intensivstation bestellt wurde!

Rudolph: Entschuldigen Sie mal! Ich bin Rudolph, das Rentier! Sozusagen von Natur aus rotnasig. Ich muss mir keinen roten Ball ins Gesicht kleben.

Villazon: Jetzt werden Sie nicht unverschämt. Ist alles für einen guten Zweck. Ich liebe es, wenn man mir applaudiert. Deshalb bin ich auch Opernsänger geworden.

Rudolph: Wenn Sie glauben, nur Sie könnten singen, haben Sie sich geirrt. Jedes Jahr zu Weihnachten verkaufe ich millionenfach meinen Hit „Rudolph the red-nosed reindeer had a very shiny nose...“

Villazon: Das wird doch mittlerweile mehr in Schnapsrunden gesungen als unterm Tannenbaum. Wieso scharren Sie denn so mit den Hufen?

Rudolph: Weil’s gleich losgeht und ich noch mein Geweih zurechtrücken muss. Lassen Sie mich bitte vorbei, der Chefarzt erwartet mich. Müssen Sie nicht zurück an die Staatsoper?

Villazon: Ich lasse mir Ihr ungebührliches Benehmen nicht bieten. Ich bin ein Weltstar, habe schon mit Anna Netrebko gesungen.

Rudolph: Ach, die Anna, die Russin. Mit der fahr ich am Nikolaustag in Novosibirsk Schlitten. Und dann röhren wir im Duett.

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