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Erstklassige Särge Von Michael Dellith

Erstklassige Särge

Von Michael Dellith

Dass die Kreuzfahrt-Industrie derzeit einen solchen Boom erlebt, ist nicht zuletzt auch ein Verdienst der traditionsreichen britischen Cunard-Reederei. Mit der „Queen Mary 2“, der „Queen Victoria“ und ihrer fast baugleichen Schwester, der „Queen Elizabeth“, stellt sie heute die Flaggschiffe in diesem Tourismus-Segment. Und in Sachen Service und Komfort waren die Briten schon immer Vorreiter. Die „Lusitania“ etwa hatte 1907 als erster Ocean Liner einen elektrischen Aufzug. Die „Aquitania“ lockte sieben Jahre später zahlungskräftige Klientel mit einem Swimming-Pool an Bord. Und bei der 2004 gebauten „Queen Mary 2“ kann man die Sterne nicht nur von Deck aus, sondern auch in einem Planetarium bewundern – Annehmlichkeiten, die zu Beginn des Transatlantik-Linienverkehrs noch nicht ganz so selbstverständlich waren. So war Charles Dickens schockiert, als er im Januar 1842 mit seiner Frau Kate auf der „Britannia“ nach Amerika fahren wollte und seine Kabine bezog: „Eine äußerst unpraktische, völlig nutzlose und zutiefst lächerliche Kiste“, schimpfte er. Nie wäre etwas Kleineres zum Schlafen gebaut worden, „außer Särgen“. Dabei war Dickens Passagier der ersten Klasse!

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