GLOSSIERT

Wenn bei Capri . . . Von Michael Dellith

Wenn bei Capri . . .

Von Michael Dellith

Welch ein Farbenspiel! Erst honiggelb, dann orangefarben, immer neue Rottöne annehmend, bis hin zum himbeerfarbenen Glutrot, senkt sich der Feuerball in die blau-grauen Fluten. Kurz vor dem Untergang wird die Sonne flach wie ein Pfannkuchen. Ein optisches, ein physikalisches Phänomen? Sei’s drum. Egal. Die Atmosphäre ist einmalig! Das Meer hat sich beruhigt, silberfarben kräuselt sich die glitzernde Oberfläche. Einem Shakespeare-Drama gleich nimmt das faszinierende Schauspiel seinen Lauf, doch im entscheidenden Moment reißt Gesang den Strandbesucher aus seinen Träumen: „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“, tönt Rudi Schurickes Sehnsuchts-Schlager lautstark über die Szenerie. Da hinten, am Horizont, das müssen die Faraglioni-Felsen sein, ist sich das Liebespärchen sicher, das eng umschlungen dem Spektakel beiwohnt. Doch, ach nein! Es sind nur die schnöden Pfahlbauten am Nordsee-Strand von St. Peter-Ording – und die Musik kommt aus den Lautsprechern des Restaurants „Arche Noah“. Capri und der Golf von Neapel sind meilenweit entfernt.

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