Hessisch für Anfänger

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Die Kaffeerösterei preist ihr besonderes Verfahren zur Veredlung der Kaffeebohne, der Fernsehkoch betont mal wieder die Bedeutung des Röstaromas beim Anbraten der Steaks, und in der Kantine stehen diesmal Rösti auf dem Menüplan.

Die Kaffeerösterei preist ihr besonderes Verfahren zur Veredlung der Kaffeebohne, der Fernsehkoch betont mal wieder die Bedeutung des Röstaromas beim Anbraten der Steaks, und in der Kantine stehen diesmal Rösti auf dem Menüplan. Das Rösten verbinden wir mit dem Braten und Bräunen in der Pfanne oder auf dem Bratrost, wobei wir geschmacklich etwas Ansprechendes erwarten.

Wenn der Frankfurter sagt, dass jemand „ganz schee was zusammegeröst“ hat, meint er aber nur im Ausnahmefall den Freizeitgrillmeister am teuren Hobbygrill. „Röste“ ist im Frankfurterischen ein Ausdruck für angeben oder lügen. In anderen Mundartwörterbüchern taucht diese Sonderbedeutung nicht auf, auch nicht in Rudolf Schäfers kleinem Wörterbuch über die Höchster Mundart.

Herbert Heckmann widmet in „Hessisch auf deutsch“ dem Wort eine ausführliche Erklärung und zieht die Parallele zu „kohle“ oder „verkohle“ im Sinne von veräppeln, “’röstet’ doch der Angeber und Lügner die Wahrheit so lange, bis sie nicht mehr erkennbar ist“., Ein „Röste(r)“ ist ein Aufschneider oder Lügner, jemand, der „Sprich kloppt“ und „eim en schwarze Mann uff de Backe malt“.

Auch etliche andere Mundartbegriffe beschreiben den Lügner: „Lichebeutel“, „Lichegusch“, „Lijeschnut“, „Lichemaul“, „Lichepeitsch“, „Lijedesch“ (Lügentasche) oder „Licheoos“ (Lügenaas). Ganz schlimm kommt es beim Erzlügner: „Was der bet, is gelooche.“

Das Buch: Hans Peter Dieterich „Hessisch für Anfänger“, Societäts Verlag, 12,80

(hpdie)

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